Für mich weder Top noch Flop

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Ich bin im Rahmen der Netgalley-Challenge über "Der Prätorianer" von Tobias Bukkehave gestolpert. Da ich den Autor nicht kannte und Scandic-Krimis sehr gerne lese, habe ich zugegriffen.

Sara Levin und Janus West werden zu einem besonderen Fall gerufen: Ein Mann liegt sorgfältig aufgebahrt in einem dunklen Raum, der nur von Kerzen erleuchtet wird. Auf seinen Augen liegen alte Goldmünzen, seinen Körper überzieht eine Eisschicht. Ein Ritualmord, der Schlimmes erahnen lässt. Sara und Janus nehmen Kontakt zu Saras Bruder Adam auf, der einen hervorragenden Ruf als Profiler hat. Seit der Vater der beiden wegen Mordes verurteilt wurde und im Gefängnis sitzt, ist das einst gute Verhältnis der beiden Geschwister deutlich abgekühlt. Als sich herausstellt, dass die Goldmünzen in einem Zusammenhang zum Vater der beiden, Christian Levin, stehen, wird der Fall für Sara und Adam sehr persönlich.

Wir erfahren die Story aus verschiedenen Perspektiven. Wir begleiten Sara und Janus bei den Ermittlungen, erfahren mehr über Adam und als dritte Perspektive kommen die Gedanken des Killers dazu. Bei alldem darf natürlich auch ein alter und verbohrter Kollege nicht fehlen, mit dem Sara zu kämpfen hat. Ich bin gut in die Story hineingekommen, durch die bildhaften Beschreibungen der Orte und der Opfer konnte ich mir alles gut vorstellen. Zwischendurch waren die Schilderungen schon sehr drastisch und teilweise auch eklig. Dass sich der eine oder andere Charakter auch mal übergeben muss, hat mich nicht gewundert. Auch ich musste zwischendurch Pausen einlegen. Die Handlung ist spannend aufgebaut, auch wenn es immer wieder zu Längen kommt. Besonders der Kleinkrieg zwischen Sara und dem Kollegen Staldgaard war recht klischeebehaftet und ging mir irgendwann ziemlich auf die Nerven. Ansonsten konnte ich einiges über Psychopathen und deren unterschiedliche Ausprägungen, aber auch über römische und griechische Gottheiten lernen. Die Auflösung der Story war logisch, in ihrer Durchführung jedoch zu heldenhaft und dadurch ein wenig unglaubwürdig. Ein Faden bleibt offen, da es sich um den ersten Teil einer Reihe handelt, muss das wohl so sein. Ich habe auch bei Reihen abgeschlossene Geschichten persönlich lieber.

Übrig bleiben für mich insgesamt nur 3 Sterne und eine eingeschränkte Empfehlung an Lesende, die bei den derzeitigen Temperaturen einen Krimi zum Frösteln brauchen (nicht nur wegen des Wetters) . Wer es brutal und eklig mag, ist hier gut bedient!