Gute Idee, schwaches Ergebnis
„Der Prätorianer“, Auftakt einer neuen Thriller-Reihe von Tobias Bukkehave, erschienen 2026 bei dtv, konnte mich bei einer guten Grundidee in der Durchführung leider nicht überzeugen.
Kriminalkommissarin Sara Levin und ihr Partner Janus West werden mit einer Reihe von Morden konfrontiert, die stark inszeniert sind und vor altrömisch-mythologischer Symbolik triefen. Schnell kommt der Verdacht auf, dass es einen Zusammenhang zu Saras eigener Familiengeschichte gibt, die durch Handlungen ihres Vaters, Christian Levin, geprägt ist – was auch Saras Bruder Adam, einen kompetenten Profiler, mit ins Spiel bringt. Doch wird dieses Team dem titelgebenden Prätorianer schnell genug auf die Schliche kommen?
Bukkehave hat hier eine sehr interessante Grundidee, sowohl die Familienkonstellation, die für die Ermittlungen sehr bedeutsam wird, als auch die rätselhafte mythologische Ausrichtung des Mörders sind ungewöhnlich und bieten viel Raum für Spannung und Atmosphäre. Nur leider verzettelt der Autor sich in seinem eigenen Set-Up total. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr häufen sich Logikfehler und Unwahrscheinlichkeiten, die Figuren bleiben reißbrettartig konstruiert und flach, Thrill kommt eigentlich zu keinem Zeitpunkt auf und die Auflösung ist reichlich herbeigezaubert und insofern für die Lesenden nicht antizipierbar – und auch wenn es gut ist, wenn in einem Thriller nicht von Anfang an das Ende offenkundig ist, so sollte für die Lesenden zumindest die Möglichkeit bestehen, selbst auf die Lösung zu kommen.
Der Thriller spart nicht an Brutalität, Blut und Ekelfaktor – das allein ist aber noch kein Rezept für Spannung. Die gleitet dem Autor immer wieder aus den Händen, was auch an den unnötigen Nebenpersonen liegt, die Raum bekommen, aber zur Handlung wenig beitragen. Wahrscheinlich ist vieles davon dem „Reihengedanken“ geschuldet – wenn man aber dadurch im Auftaktband wenig Lust auf weitere Folgen macht, ist das leider eine Milchmädchenrechnung. Es wirkt so, als hätte Bukkehave hier intensiv recherchiert und dann unbedingt einen Fall zu den gefundenen Rechercheergebnissen schreiben wollen – sich aber in der Durchführung eher an mechanischen Prinzipen bedient als an wirklicher Kreativität. Insbesondere die Figurenzeichnungen bleiben viel zu blass und selbst das Psychogramm der Täterperson wirkt wie aus einem Lehrbuch zusammengeschrieben. Dabei wäre das Thema, das der Handlung zugrunde liegt, die Incel-Bewegung, wirklich top in der Zeit und sehr attraktiv, in dieser Ausführung bleibt es leider beim Klischee.
Über Strecken ließ sich dieser Thriller, der keiner ist, dennoch gut lesen. Für Fans römischer Mythologie also vielleicht einen Griff wert – mich werden die Folgebände nicht als Leserin gewinnen können, da insbesondere die Hauptfiguren mich gar nicht neugierig gemacht haben. Schade, die Grundkonstruktion hätte viel Potenzial gehabt.
Kriminalkommissarin Sara Levin und ihr Partner Janus West werden mit einer Reihe von Morden konfrontiert, die stark inszeniert sind und vor altrömisch-mythologischer Symbolik triefen. Schnell kommt der Verdacht auf, dass es einen Zusammenhang zu Saras eigener Familiengeschichte gibt, die durch Handlungen ihres Vaters, Christian Levin, geprägt ist – was auch Saras Bruder Adam, einen kompetenten Profiler, mit ins Spiel bringt. Doch wird dieses Team dem titelgebenden Prätorianer schnell genug auf die Schliche kommen?
Bukkehave hat hier eine sehr interessante Grundidee, sowohl die Familienkonstellation, die für die Ermittlungen sehr bedeutsam wird, als auch die rätselhafte mythologische Ausrichtung des Mörders sind ungewöhnlich und bieten viel Raum für Spannung und Atmosphäre. Nur leider verzettelt der Autor sich in seinem eigenen Set-Up total. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr häufen sich Logikfehler und Unwahrscheinlichkeiten, die Figuren bleiben reißbrettartig konstruiert und flach, Thrill kommt eigentlich zu keinem Zeitpunkt auf und die Auflösung ist reichlich herbeigezaubert und insofern für die Lesenden nicht antizipierbar – und auch wenn es gut ist, wenn in einem Thriller nicht von Anfang an das Ende offenkundig ist, so sollte für die Lesenden zumindest die Möglichkeit bestehen, selbst auf die Lösung zu kommen.
Der Thriller spart nicht an Brutalität, Blut und Ekelfaktor – das allein ist aber noch kein Rezept für Spannung. Die gleitet dem Autor immer wieder aus den Händen, was auch an den unnötigen Nebenpersonen liegt, die Raum bekommen, aber zur Handlung wenig beitragen. Wahrscheinlich ist vieles davon dem „Reihengedanken“ geschuldet – wenn man aber dadurch im Auftaktband wenig Lust auf weitere Folgen macht, ist das leider eine Milchmädchenrechnung. Es wirkt so, als hätte Bukkehave hier intensiv recherchiert und dann unbedingt einen Fall zu den gefundenen Rechercheergebnissen schreiben wollen – sich aber in der Durchführung eher an mechanischen Prinzipen bedient als an wirklicher Kreativität. Insbesondere die Figurenzeichnungen bleiben viel zu blass und selbst das Psychogramm der Täterperson wirkt wie aus einem Lehrbuch zusammengeschrieben. Dabei wäre das Thema, das der Handlung zugrunde liegt, die Incel-Bewegung, wirklich top in der Zeit und sehr attraktiv, in dieser Ausführung bleibt es leider beim Klischee.
Über Strecken ließ sich dieser Thriller, der keiner ist, dennoch gut lesen. Für Fans römischer Mythologie also vielleicht einen Griff wert – mich werden die Folgebände nicht als Leserin gewinnen können, da insbesondere die Hauptfiguren mich gar nicht neugierig gemacht haben. Schade, die Grundkonstruktion hätte viel Potenzial gehabt.