Interessante Grundidee, zähe Umsetzung

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bücherhummelchen Avatar

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Mit dem Hörbuch "Der Prätorianer" startet Tobias Bukkehave seine Thrillerreihe rund um die Kriminalkommissarin Sara Levin und ihren Partner Janus West. Der Thriller verbindet Scandi-Crime mit Serienkiller-Elementen und wird von Oliver Siebeck gesprochen. Die ungewöhnliche Ausgangsidee mit rituell inszenierten Morden und Verbindungen zur Antike hat mich zunächst durchaus neugierig gemacht. Leider konnte mich die Geschichte letztlich überhaupt nicht überzeugen.
Oliver Siebeck liest die Geschichte mit einer ruhigen und souveränen Stimme. Seine Erzählweise passt grundsätzlich gut zur düsteren Atmosphäre des Thrillers und die Figuren lassen sich gut voneinander unterscheiden. Allerdings konnte auch seine Interpretation bei mir nicht darüber hinwegtäuschen, dass mich die Handlung nur wenig gefesselt hat. Gerade in den vielen eher zähen Passagen fehlte mir zudem die Dynamik, die ich mir bei einem Thriller gewünscht hätte.
Inhaltlich geht es um eine brutale Mordserie in Kopenhagen. Die Opfer werden auf ungewöhnliche Weise inszeniert. Unter anderem finden sich antike Goldmünzen auf den Augen der Toten und lateinische Inschriften auf ihrer Haut. Sara Levin und Janus West versuchen gemeinsam herauszufinden, wer hinter den Ritualmorden steckt. Unterstützung bekommen sie von Saras Bruder Adam, einem Profiler, der auf Serienverbrechen spezialisiert ist. Gleichzeitig führt der Fall Sara immer tiefer in die Vergangenheit ihrer eigenen Familie, denn die gefundenen Goldmünzen scheinen mit ihrem Vater in Verbindung zu stehen. ...
Die Idee an sich fand ich interessant. Gerade die Verbindung aus Serienmörder, antiken Symbolen und der familiären Vergangenheit der Ermittlerin hätte für mich sehr viel Potenzial gehabt. Leider wollte bei mir trotzdem zu keinem Zeitpunkt richtige Spannung aufkommen. Die Thriller hat sich für mich über weite Strecken sehr zäh angefühlt und ich musste mich regelrecht dazu motivieren, weiterzuhören und erst ganz am Schluss kam etwas Spannung auf.
Auch mit dem Schreibstil konnte ich wenig anfangen. Besonders die Dialoge wirkten auf mich häufig sehr plump und wenig natürlich. Viele Gespräche konnten mich weder fesseln noch mein Interesse an den Figuren wecken. Besonders mit den Ermittlern bin ich überhaupt nicht warm geworden. Sara Levin und Janus West waren mir nicht sonderlich sympathisch. Gerade bei einem Reihenauftakt ist das für mich ein großes Problem, denn wenn mich die Hauptfiguren nicht erreichen, fällt es mir schwer, mich auf weitere Fälle mit ihnen zu freuen.
Insgesamt war "Der Prätorianer" für mich leider eine ziemlich enttäuschende Hörerfahrung. Die Grundidee klang vielversprechend, die Umsetzung konnte mich jedoch nicht abholen. Mir fehlten Spannung, interessante Ermittlungsarbeit und Figuren, mit denen ich mitfiebern konnte. Das Hörbuch bis zum Ende durchzuhalten, war für mich deshalb ziemlich anstrengend.
Da es sich um den Auftakt einer Reihe handelt, hätte die Geschichte natürlich Lust auf mehr machen sollen. Bei mir hat sie allerdings genau das Gegenteil bewirkt. Für die Fortsetzung bin ich daher raus.