Interessanter erster Fall für das Ermittlerduo Sara Levin und Janus West

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DER PRÄTORIANER aus der Feder von Tobias Bukkehave ist der gelungene Auftaktband der neuen Thriller-Reihe um die Ermittlerin Sara Levin und ihren Partner Janus West.

Die Kopenhagener plagen sich Anfang November mit Schnee und Eis und klirrender Kälte ab, als eine Leiche gefunden wird, deren Anblick an einen Ritualmord erinnert. Die antiken Goldmünzen dann, die in den Augenhöhlen liegen, sind es, die an Professor Christian Levin, einen Kenner der römischen Mythologie, denken lassen. Was Sara mehr als bestürzt aufnimmt, ist doch dieser Christian Levin, ein verurteilter Mörder, ihr Vater, dem sie einst nahe stand, sie jetzt aber schon lange mit ihm gebrochen hat.

Es bleibt nicht bei diesem einen Opfer, weitere folgen, Ähnlichkeiten deuten auf einen Serienmörder hin. Sara leitet die Ermittlungen, was innerhalb ihres Teams für Missstimmung sorgt. Auch wird die Mitarbeit von Saras Bruder Adam, einem auf Serienverbrechen spezialisierten Profiler, von einigen sehr kritisch gesehen.

Das frostige Wetter passt zu der Grundstimmung, welche diese Leichenfunde und deren Inszenierung hervorruft. Und zwischen den Ermittlungen, die schon vorankommen, aber dennoch äußerst mühsame Kleinarbeit verlangen, blitzen kurze Sequenzen auf, die von extrem kranken Fantasien eines noch Unbekannten berichten, der viel an Aggression in sich zu tragen scheint.

Tobias Bukkehave hat mit diesem Auftaktband gut vorgelegt. Es ist ein durchweg düsterer Thriller mit zweifellos eigenwilligen, zielstrebigen und dennoch teamfähigen Charakteren, die bis an ihre Grenzen und gelegentlich darüber hinaus zu gehen bereit sind. Gibt es einen Täter? Sind es mehrere? Spuren führen weit zurück, bis in die römische Antike und wiederum spielt der oben erwähnte Professor mit. Spielt er falsch? Oder wird er in diese grausam inszenierten Ritualmorde unwissentlich hineingezogen?

Ein interessanter erster Fall, der nach mehr verlangt. Einige Durchhänger, die mir zu langatmig waren, haben mich kurzzeitig innehalten lassen, ansonsten aber ist DER PRÄTORIANER eine geschickt inszenierte, vielschichtige Story mit Wendungen, die ich so nie vermutet hätte, die letztendlich ein rundes Gesamtbild ergeben. Und nun bin ich gespannt auf den nächsten Fall für Sara Levin und Janus West.