Kompromisslos, bildgewaltig und ziemlich nervenaufreibend
Wenn ihr dachtet, ihr hättet dieses Jahr schon düstere Thriller gelesen, dann kennt ihr „Der Prätorianer“ von Tobias Bukkehave noch nicht. Dieses Buch hat mich regelrecht in seinen dunklen Strudel gezogen, und mein Puls war phasenweise völlig außerhalb der Norm.
Aber von vorne: Stellt euch ein eisiges, klirrend kaltes Kopenhagen im tiefsten November vor. Genau in dieser frostigen Hölle entfaltet sich ein Albtraum, der so grausam, so blutig und so verstörend inszeniert ist, dass es mir eiskalt den Rücken runtergelaufen ist. Wir reden hier nicht von 08/15-Mordfällen. Wir sprechen von Opfern, die ausgeweidet, gefoltert und wie nach antiken römischen Ritualen tot aufgebahrt werden. Inklusive Goldmünzen auf den Augenhöhlen und Inschriften in der Haut. Das ist krasser Tobak, oder? Dieser Killer hat eine verstörende Obsession mit der Antike, und seine Gedankengänge, in die wir durch brutale Perspektivwechsel blicken, fühlten sich für mich an wie ... ich weiß nicht. Wie ein beklemmendes, grauenvolles Szenario irgendwo tief in mir drin. Dort, wo Klauen nach der Seele greifen und an der Psyche kratzen.
Die Atmosphäre ist pure Kinomagie fürs Gehirn. Man merkt in jeder Szene, in jeder Situation, dass Bukkehave aus der Drehbuch-Ecke kommt. Fesselnd fand ich vor allem das Ermittler-Duo Sara Levin und Janus West. Sara ist als frischgebackene Teamleiterin eine absolut starke, aber zutiefst zerrissene Protagonistin, während Janus mit seiner Intuition genau den richtigen Gegenpol bildet.
Doch das Ganze verkommt nicht zu einem reinen Polizeibericht, denn der Fall wird für Sara zu einer hochgradig persönlichen Zerreißprobe. Als ihr Bruder – ein Profiler mit ganz eigenen psychischen Altlasten – zum Team stößt, wird klar, dass die Spuren des Killers direkt zu ihrem inhaftierten Vater führen. Einem Mann, den sie seit zehn Jahren verdrängt hat. Diese familiären Abgründe, das Gift der Vergangenheit und das manipulative Spiel des Vaters hinter Gittern geben dem Buch eine psychologische Wucht, die mich echt überrumpelt hat.
Ist das Buch perfekt? Nein, ist es nicht. Im Mittelteil gerät das Tempo durch einige Kompetenzgerangel und Perspektivenwechsel kurzzeitig ins Stocken. Auch sind manche Plot-Twists für geübte Thriller-Füchse womöglich etwas vorhersehbar (so war es zumindest bei mir), und der Showdown legt am Ende eine Schippe Dramatik auf, die grenzwertig dick aufgetragen wirkt. Wer eine absolut fehlerfreie, filigrane Logik sucht, wird hier und da vielleicht die Stirn runzeln. ABER! Das Buch macht etwas mit einem. Es lässt einen schaudern, grübeln, zweifeln, die Luft anhalten, miträtseln und schockiert hier und da. Wer auf diese Art von Thrill steht, kommt hier sicher auf seine Kosten.
Fazit: Trotz kleiner Schwächen im Mittelteil handelt es sich hierbei um einen kompromisslosen, bildgewaltigen und ziemlich nervenaufreibenden Serienkiller-Thriller. Wer Psychozeugs, blutiges Kopfkino und tiefsitzende Familiendramen liebt, muss dieses Buch unbedingt lesen.
Aber von vorne: Stellt euch ein eisiges, klirrend kaltes Kopenhagen im tiefsten November vor. Genau in dieser frostigen Hölle entfaltet sich ein Albtraum, der so grausam, so blutig und so verstörend inszeniert ist, dass es mir eiskalt den Rücken runtergelaufen ist. Wir reden hier nicht von 08/15-Mordfällen. Wir sprechen von Opfern, die ausgeweidet, gefoltert und wie nach antiken römischen Ritualen tot aufgebahrt werden. Inklusive Goldmünzen auf den Augenhöhlen und Inschriften in der Haut. Das ist krasser Tobak, oder? Dieser Killer hat eine verstörende Obsession mit der Antike, und seine Gedankengänge, in die wir durch brutale Perspektivwechsel blicken, fühlten sich für mich an wie ... ich weiß nicht. Wie ein beklemmendes, grauenvolles Szenario irgendwo tief in mir drin. Dort, wo Klauen nach der Seele greifen und an der Psyche kratzen.
Die Atmosphäre ist pure Kinomagie fürs Gehirn. Man merkt in jeder Szene, in jeder Situation, dass Bukkehave aus der Drehbuch-Ecke kommt. Fesselnd fand ich vor allem das Ermittler-Duo Sara Levin und Janus West. Sara ist als frischgebackene Teamleiterin eine absolut starke, aber zutiefst zerrissene Protagonistin, während Janus mit seiner Intuition genau den richtigen Gegenpol bildet.
Doch das Ganze verkommt nicht zu einem reinen Polizeibericht, denn der Fall wird für Sara zu einer hochgradig persönlichen Zerreißprobe. Als ihr Bruder – ein Profiler mit ganz eigenen psychischen Altlasten – zum Team stößt, wird klar, dass die Spuren des Killers direkt zu ihrem inhaftierten Vater führen. Einem Mann, den sie seit zehn Jahren verdrängt hat. Diese familiären Abgründe, das Gift der Vergangenheit und das manipulative Spiel des Vaters hinter Gittern geben dem Buch eine psychologische Wucht, die mich echt überrumpelt hat.
Ist das Buch perfekt? Nein, ist es nicht. Im Mittelteil gerät das Tempo durch einige Kompetenzgerangel und Perspektivenwechsel kurzzeitig ins Stocken. Auch sind manche Plot-Twists für geübte Thriller-Füchse womöglich etwas vorhersehbar (so war es zumindest bei mir), und der Showdown legt am Ende eine Schippe Dramatik auf, die grenzwertig dick aufgetragen wirkt. Wer eine absolut fehlerfreie, filigrane Logik sucht, wird hier und da vielleicht die Stirn runzeln. ABER! Das Buch macht etwas mit einem. Es lässt einen schaudern, grübeln, zweifeln, die Luft anhalten, miträtseln und schockiert hier und da. Wer auf diese Art von Thrill steht, kommt hier sicher auf seine Kosten.
Fazit: Trotz kleiner Schwächen im Mittelteil handelt es sich hierbei um einen kompromisslosen, bildgewaltigen und ziemlich nervenaufreibenden Serienkiller-Thriller. Wer Psychozeugs, blutiges Kopfkino und tiefsitzende Familiendramen liebt, muss dieses Buch unbedingt lesen.