Solider Thriller mit übertriebenem Ende

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duckyputz Avatar

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Ein junger Mann wird unter ungewöhnlichen Umständen tot aufgefunden. Die Inszenierung deutet auf einen Täter hin, der von der römischen Antike besessen ist. Sara, Levin und Janus West übernehmen die Ermittlungen, während Saras Bruder Adam als Profiler hinzugezogen wird. Bald gibt es neue Opfer und die Verbindung zu Saras und Adams Vater bringt zusätzlich persönliche Konflikte in den Fall.
Der Einstieg hat mir gut gefallen. Die ungewöhnlichen Tatorte und die Verbindung zur römischen Geschichte sorgen für eine passende düstere Stimmung. Auch die Ermittlungsarbeit ist über weite Strecken nachvollziehbar. Die Polizei folgt Spuren und Hinweisen, statt ständig durch zufällige Eingebungen auf die richtige Lösung zu kommen. Das macht es realistischer. Die Abschnitte aus Sicht des Täters fand ich ebenfalls gelungen, weil sie zusätzliche Informationen liefern, ohne sofort zu verraten, wer dahintersteckt.
Mit dem Ermittlerteam bin ich allerdings nicht vollständig warm geworden. Sara und ihr Bruder werden ausführlicher dargestellt, während andere Figuren blasser bleiben. Die persönlichen Probleme der Ermittler nehmen viel Raum ein. An sich finde ich solche Einblicke interessant, hier haben sie teilweise den eigentlichen Fall überschattet. die Spannung war nicht durchgehend auf dem gleichen Niveau. Nach einem starken Beginn ziehen sich einige Passagen durch ausführliche Beschreibungen unnötig in die Länge. Obwohl bestimmte Zusammenhänge früh erkennbar sind, dauert es lange, bis die Ermittlungen tatsächlich vorankommen.
Die Auflösung ist grundsätzlich nachvollziehbar, konnte mich aber nicht voll überzeugen. der Schluss wirkt im Vergleich zur sorgfältigen Ermittlungsarbeit davor irgendwie übertrieben und teilweise unrealistisch. Trotzdem bleibt ein solider Thriller mit einer interessanten Ausgangsidee und gut gestalteten Tatorten, bei dem für mich vor allem das letzte Drittel einige Schwächen zeigt.