Spannende Idee - nicht ganz überzeugende Umsetzung

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jana1406 Avatar

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„Der Prätorianer“ von Tobias Bukkehave hat mich vor allem mit seiner ungewöhnlichen Grundidee neugierig gemacht. Ein Serienmörder, bizarre Inszenierungen und eine Verbindung zur römischen Antike, das klang für mich nach einer spannenden Mischung, die sich deutlich von vielen klassischen Thrillern abhebt. Und tatsächlich hat mir die Geschichte an sich gut gefallen. Die Ermittlungen von Sara Levin und Janus West entwickeln sich zu einem komplexen Fall, bei dem auch Saras familiäre Vergangenheit eine wichtige Rolle spielt. Gerade diese Verbindung zwischen aktuellem Fall und persönlicher Geschichte fand ich interessant.

Auch die düstere Atmosphäre des winterlichen Kopenhagens passt hervorragend zur Handlung. Das Cover greift diese Stimmung sehr schön auf und wirkt geheimnisvoll und gleichzeitig etwas unheimlich. Die verschiedenen Perspektiven sorgen außerdem dafür, dass man immer wieder neue Einblicke erhält und die Spannung grundsätzlich erhalten bleibt.

Allerdings konnte mich die Umsetzung nicht durchgehend überzeugen. Stellenweise hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte etwas zu ausführlich erzählt wurde und dadurch an Tempo verloren hat. Gerade die familiären Hintergründe nehmen relativ viel Raum ein, während die eigentliche Ermittlungsarbeit zeitweise etwas in den Hintergrund rückt. Dadurch entstanden für mich einige Längen. Auch manche Entwicklungen waren für mich etwas vorhersehbar, sodass der große Überraschungseffekt nicht immer funktioniert hat.

Die Figuren fand ich grundsätzlich gelungen und interessant. Besonders Sara Levin hat für mich genügend Ecken und Kanten, um als Ermittlerin glaubwürdig zu wirken. Gleichzeitig hätte ich mir an einigen Stellen noch etwas mehr Tiefe und eine stärkere emotionale Entwicklung gewünscht. Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar, konnte mich aber nicht immer so fesseln, wie ich es mir bei einem Thriller dieser Art gewünscht hätte.

Trotz meiner Kritik hat mich „Der Prätorianer“ insgesamt gut unterhalten. Besonders zum Ende hin nimmt die Geschichte noch einmal deutlich an Fahrt auf und bietet einen spannenden Showdown. Die ungewöhnliche Verbindung von Serienmord, römischer Geschichte und Familiengeheimnissen macht den Thriller definitiv interessant und hebt ihn aus der Masse hervor.

Mein Fazit: Die Geschichte selbst fand ich wirklich gut und spannend, bei der Umsetzung sehe ich jedoch noch Luft nach oben. Einige Längen und die teilweise etwas ausführliche Erzählweise haben meinen Lesegenuss geschmälert. Trotzdem ist „Der Prätorianer“ ein interessanter Auftakt einer neuen Thrillerreihe, bei der ich mir gut vorstellen kann, auch den nächsten Fall von Sara Levin und Janus West zu lesen. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für alle, die düstere skandinavische Thriller mit ungewöhnlichen Mordfällen und historischen Bezügen mögen.