Wenn aus römischer Geschichte tödlicher Ernst wird

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anja_aus_nickern Avatar

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Schon die blutige, haptische Fliege auf dem Cover von "Der Prätorianer" hat bei mir für eine düstere, geheimnisvolle Stimmung gesorgt und gleichzeitig meine Neugier geweckt.

Die Leseprobe hat mich sofort gepackt. Eine ritualisierte Mordserie führt Sara Levin und ihren Kollegen Janus West auf die Spur eines gefährlichen Psychopathen. Dabei rückt immer stärker Saras eigene Familiengeschichte in den Mittelpunkt.

Sara und Janus sind ein richtig sympathisches Ermittlerduo. Die gelegentlich derben Sprüche sorgen trotz der düsteren Handlung ab und an für einen kleinen Schmunzler. Mit Adam, Saras Bruder und Profiler, kommt ein weiterer Charakter hinzu, der mit seinen Ecken und Kanten perfekt in dieses Dreiergespann passt. Dass neben dem Fall auch die persönlichen Geschichten der Figuren Raum bekommen, verleiht dem Thriller zusätzliche Tiefe.

Spannend fand ich außerdem die Einblicke in die Prätorianergarde und die Verbindung zur römischen Geschichte. Die Beschreibung der Splanchnophilie jagt einem ebenso einen Schauer über den Rücken wie die eisige Atmosphäre und die grausam inszenierten Tatorte. Definitiv nichts für Zartbesaitete.

Kurze Kapitel, wechselnde Perspektiven und ein flüssiger, bildhafter Schreibstil sorgen für ordentlich Tempo. Besonders die Profileranalysen und die Mischung aus Ritualmorden, Familiengeheimnissen und psychologischen Abgründen haben mich bis zum Schluss gefesselt.

Fazit: Ein gelungener Auftakt einer neuen Thrillerserie mit interessanten Charakteren, viel Spannung und reichlich Gänsehaut. Ich vergebe 4 von 5 Sternen ⭐⭐⭐⭐ , da für meinen Geschmack noch etwas Luft nach oben ist, aber ich bin definitiv neugierig, wie es mit Sara, Janus und Adam weitergeht. Besonders ihr Vater Christian, der zu lebenslanger Haft verurteilt wurde und wie Hannibal Lecter wirkt, macht neugierig auf eine Fortsetzung.