Zwischen Chris Carter und skandinavischer Tiefe: Ein starker Reihenauftakt!
Rezension zu
DER PRÄTORIANER (dtv) von Tobias Bukkehave
Ein ritueller Mord im eiskalten Kopenhagen führt zwei Ermittler-
Geschwister direkt zu den Dämonen ihrer Vergangenheit – ihrem
inhaftierten Vater. Der Prätorianer erinnert thematisch an die Grausamkeit von Chris Carter, setzt erzählerisch aber auf einen tiefen, atmosphärischen Spannungsaufbau.
Ein starker Nordic Noir, der durch seine psychologische Tiefe fesselt.
Worum geht’s?
Winter in Kopenhagen: Am Tatort wird eine männliche Leiche entdeckt – rituell
inszeniert und voller symbolischer Rätsel. Kriminalkommissarin Sara Levin
zieht ihren Bruder Adam, einen Kriminalpsychologen, als Berater hinzu. Schnell wird klar: Ihr eigener, inhaftierter Vater ist der Schlüssel zum Täter.
Es beginnt eine nervenzerreißende Jagd, die keine Rücksicht auf familiäre Wunden nimmt.
Warum wollte ich dieses Buch lesen?
Als Thriller-Fan liebe ich außergewöhnliche Schauplätze.
Das Cover mit Eiskristallen und einer Fliege hat mich sofort fasziniert.
Auch der Titel machte mich neugierig: Wie passen römische Legionäre und antike Mythen mit einem modernen skandinavischen Kriminalfall zusammen? Das wollte ich unbedingt herausfinden.
Lesereise:
Der Thriller ist logisch nach Novembertagen gegliedert und überzeugt durch kurze, bildhafte Sätze.
Tobias Bukkehave führt die Charaktere Schritt für Schritt ein, lässt ihre Hintergründe aber anfangs im Dunkeln.
Genau diese geheimnisvolle Distanz kommt bei mir gut an und baut echte Neugier auf die nächsten Seiten auf.
Im Gegensatz zu den rasanten US-Thrillern von Chris Carter treibt Bukkehave die Handlung nicht durch pausenlose Action-Szenen voran.
Das dänische Ermittlerteam arbeitet ununterbrochen und hochkonzentriert, doch die Geschichte nimmt sich bewusst Zeit für solide Ermittlungsarbeit, historische Fakten und das dichte Beziehungsgeflecht der Familie Levin.
Mein Fazit:
Ein gelungener, tiefgründiger Reihenauftakt voller Nordic-Noir-Stimmung.
Starke 4 von 5 Sternen und eine klare Leseempfehlung!