Süße Friends-to-Lovers Romantasy - mit viel Fantasy und wenig Romance

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der_ull Avatar

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Ich finde das Cover nach wie vor wunderschön, daher hatte das Buch auch sofort meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Ich liebe den Farbschnitt, und dass man beide Protagonisten darauf sehen kann.
Insgesamt hat mir auch die Story gut gefallen, es gab Höhen und Tiefen, aber trotzdem war es die meiste Zeit recht spannend. Der Anfang hat mir am besten gefallen, besonders der Prolog, von dessen Vibe ich aber im Buch selbst nicht so viel wiederfinden konnte. Auch das Nachtreich selbst konnte mich letzten Endes nicht ganz so fesseln wie ich gehofft hatte. Die ganzen Kreaturen dort hatten Namen, die ich aus meinem empfinden heraus eher mit etwas anderem verknüpft hätte. Beispielsweise dachte ich anfangs immer, dass die „Wiedergänger“ zombie-ähnliche Wesen wären, einfach weil das sonst meistens so ist. Allerdings handelt es sich bei ihnen um Vampire, während Zombies „Ghule“ genannt werden. Das ist nicht weiter schlimm und hat auch der Geschichte nicht geschadet, ich selbst war deswegen nur oft etwas verwirrt.
Ein weiterer Kritikpunkt meinerseits wäre, dass manche Dinge einfach inhaltlich keinen Sinn ergeben haben und ich manchmal das Gefühl hatte, dass da niemand nochmal drüber gelesen hat. Zum Beispiel kam es relativ oft vor, dass irgendetwas passiert ist, das gleiche dann aber eine halbe Seite später nochmal passiert. Ich erinnere mich noch an eine Stelle, an der es hieß, dass die Kutsche wieder losfuhr, und das Gespräch dann weiter ging, aber ein paar Sätze später wieder stand, dass die Kutsche losfuhr. Oder ein Charakter springt auf und geht durch den Raum, kurz darauf richtet er sich aber erst wieder auf seinem Stuhl auf. Diese Kleinigkeiten haben mich irgendwie immer etwas aus dem Lesefluss gerissen, was es mir teilweise etwas schwer machte, der Geschichte ganz folgen zu können.
Die Lovestory an sich war sehr süß und ich habe mich wirklich für die beiden gefreut, als sie dann endlich zueinander gefunden hatten, aber für meinen Geschmack war es etwas … langsam. Ich für meinen Teil habe lange Zeit auch gar nichts gespürt, also zwischen den Protagonisten schien es nicht so richtig zu knistern, was ich sehr vermisst habe. Das liegt vielleicht aber auch am Trope Friends-to-Lovers, was ich sonst nicht so oft lese, außerdem hat da ja auch jeder andere Vorlieben.
Zu den Charakteren im allgemeinen kann ich sagen, dass beide Protagonisten mir sehr sympathisch und gut ausgestaltet waren. Ich konnte deren Handlungen super nachvollziehen und habe mit ihnen mitgefiebert. Auch die Nebenfiguren sind der Autorin gut gelungen.
Bis auf die eben genannte inhaltliche Verwirrung bei mir hat mir der Schreibstil gefallen. Alles wurde ansehnlich beschrieben und ich konnte mir die Sachen gut vorstellen. Ab und zu hätte ich mir ein paar Szenen ausführlicher gewünscht, aber alles in allem mochte ich die Sprache im Buch. Die Dialoge kamen echt und authentisch rüber, zeitweise auch lustig.

Zusammenfassend möchte ich festhalten, dass „Der Prinz des Nachtreichs - Midnight Spy“ vielleicht nicht direkt meinen Erwartungen entsprochen hat, aber insgesamt doch spannend zu lesen war und mir ein paar schöne Stunden beschert hat. Ich persönlich weiß noch nicht, ob ich mir die Fortsetzung holen werde, würde es aber trotzdem empfehlen für alle, denen es vielleicht ganz recht ist, dass es nicht allzu Romance-lastig ist, und die auf der Suche nach einem spannenden Leseabenteuer in der Parallelwelt Annwn sind.