Kaum zu ertragen (Hörbuchrezension)
Ulrich Alexander Boschwitz' "Der Reisende" ist mir seit seinem Erscheinen 2018 im Kopf geblieben, doch erst jetzt habe ich das erschütternde Hörbuch gehört. Das Buch ist zum ersten Mal bereits 1939 erschienen und daher ein eindringliches Zeugnis seiner Zeit, das man kaum ertragen kann. So wird der Roman manchem vielleicht etwas langatmig scheinen, da der Reisende Otto Silbermann eben stets auf Reisen ist, doch nur die Länge der Erzählung und die langsame, aber stetige Verschlimmerung der Situation zeigen die Ausweglosigkeit der Situation, aber auch die Unbarmherzigkeit der meisten Begegnungen des Herrn Silbermann auf.
Dabei ist Silbermann ein großer Sympathieträger: Als ehrbarer Geschäftsmann mit erwachsenem Sohn und Ehefrau ist er zu einigem Wohlstand gekommen. Er scheint tugendhaft, gebildet, er steht auch voll im Leben. Doch die Verfolgung der Juden holt auch ihn ein, der einzige (kurzfristige) Ausweg scheint das Reisen durch Deutschland zu sein. Dabei versucht Silbermann alles, um der Lage zu entkommen.
Ich fand die Handlung von Anfang bis Ende sehr spannend und habe mitgefiebert. Man wünscht Herrn Silbermann einen guten Ausweg aus der Lage, ist er doch ein guter Deutscher (der im 1. Weltkrieg für Deutschland an der Westfront war), der nun aber nur noch zwei Dinge hat, die ihm auf seinem Weg helfen: sein Geld und sein nichtjüdisches Aussehen.
Der Roman zeigt die Grausamkeit der Zeit auf, zeigt, wie die anderen nun Silbermanns Situation schamlos ausnutzen oder ihn fallenlassen oder sich gar gegen ihn wenden. Er macht sich so unsichtbar wie möglich, muss stets aufmerksam bleiben und bewegt sich in der Menschenmenge doch relativ selbstsicher. Überhaupt hat mich sein Durchhaltevermögen überrascht, da die Situation auch immer auswegloser wird, wobei man aber nicht vergessen darf, dass sich die gesamte Handlung nur über wenige Tage erstreckt.
"Der Reisende" hat mich emotional sehr berührt. Besser als jedes Sachbuch ist dieser Roman ein Geschichtsdokument, das als Schullektüre gelesen werden sollte. Ich denke, diesem Buch sollte mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Für mich war es ein Hörhighlight des Jahres und bekommt natürlich die volle Sternzahl.
Dabei ist Silbermann ein großer Sympathieträger: Als ehrbarer Geschäftsmann mit erwachsenem Sohn und Ehefrau ist er zu einigem Wohlstand gekommen. Er scheint tugendhaft, gebildet, er steht auch voll im Leben. Doch die Verfolgung der Juden holt auch ihn ein, der einzige (kurzfristige) Ausweg scheint das Reisen durch Deutschland zu sein. Dabei versucht Silbermann alles, um der Lage zu entkommen.
Ich fand die Handlung von Anfang bis Ende sehr spannend und habe mitgefiebert. Man wünscht Herrn Silbermann einen guten Ausweg aus der Lage, ist er doch ein guter Deutscher (der im 1. Weltkrieg für Deutschland an der Westfront war), der nun aber nur noch zwei Dinge hat, die ihm auf seinem Weg helfen: sein Geld und sein nichtjüdisches Aussehen.
Der Roman zeigt die Grausamkeit der Zeit auf, zeigt, wie die anderen nun Silbermanns Situation schamlos ausnutzen oder ihn fallenlassen oder sich gar gegen ihn wenden. Er macht sich so unsichtbar wie möglich, muss stets aufmerksam bleiben und bewegt sich in der Menschenmenge doch relativ selbstsicher. Überhaupt hat mich sein Durchhaltevermögen überrascht, da die Situation auch immer auswegloser wird, wobei man aber nicht vergessen darf, dass sich die gesamte Handlung nur über wenige Tage erstreckt.
"Der Reisende" hat mich emotional sehr berührt. Besser als jedes Sachbuch ist dieser Roman ein Geschichtsdokument, das als Schullektüre gelesen werden sollte. Ich denke, diesem Buch sollte mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Für mich war es ein Hörhighlight des Jahres und bekommt natürlich die volle Sternzahl.