Feelgood-Romanze für den Frühling

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caillean79 Avatar

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Im Frühling lässt jede Knospe das Herz höher schlagen, man sehnt sich nach dem frischen Grün - und was passt da besser, als eine Love Story inmitten der berühmten „Tulpen von Amsterdam“?

 

Wir begleiten Rosie auf ihrem Weg in ein neues Leben in Amsterdam. Eigentlich beheimatet in London, lässt sie alles hinter sich, um sich ihren Traum zu erfüllen: Floristin zu werden und einen Stand auf dem schwimmenden Blumenmarkt von Amsterdam zu betreuen. Doch der Weg ist steinig und die erste Zeit ist von diversen Rückschlägen geprägt. Noch dazu ist Nachbar Max alles andere als bereichernd für Rosie, wenn er sie angrummelt und ihre quirlige Art mit abschätzigen Blicken quittiert. Doch man kann sich denken, was daraus letztlich wird… ;-)

 

Ich muss zugeben, ich fand Rosie zunächst etwas anstrengend. Ihre naive Idee, einfach mal alle Zelte in London abzubrechen und spontan nach Amsterdam zu ziehen, um sich dort mit einem Blumenladen selbstständig zu machen, kann dem deutschen (bürokratieerfahrenen) Bürger nur ein Augenrollen entlocken. Ehrlich gesagt, ich fand das lächerlich. Mir schwante, dass ihr da vieles einen Strich durch die Rechnung machen könnte und dass es wohl ziemlich verrückt ist sich einzubilden, einfach mal so einen Standplatz zu bekommen auf dem berühmtesten Blumenmarkt der Welt. Insofern - den Realitätscheck besteht das Buch bzw. Rosie als Figur bei mir nicht, denn für so naiv halte ich eigentlich niemanden in der realen Welt. Aber sei’s drum - wir sind hier in einem Feelgood-Roman und wollen uns amüsieren. Da kann man das sicherlich verschmerzen.

 

Auf jeden Fall war die „Grumpy-meets-sunshine“-Story schön ausgearbeitet und hat mich gut unterhalten. In diesem Zusammenhang muss ich sagen, dass ich Max insgesamt als Charakter besser ausgearbeitet fand als Rosie, da er realistischerweise mit seinem Dasein als (kaum verdienender) Künstler haderte und damit für mich viel nachvollziehbarer war als Rosie in ihrer „Die-Welt-wird-schon-wieder-in-Ordnung-kommen“-Mentalität. Nur eine Sache fand ich bei Max merkwürdig und das war, wie seine Ex-Freundin in die Geschichte eingearbeitet wurde. Ich möchte nicht spoilern und werde das daher nicht näher beschreiben, aber es gab gegen Ende Szenen, die mich sehr verwundert die Stirn runzeln ließen und aus meiner Sicht nicht zu dem Trauma passten, das er aus der früheren Beziehung mit sich trug.

 

Alles in allem aber macht dieses Buch einfach Lust auf den Frühling und kommt damit genau zur richtigen Zeit. Wer sehnsüchtig auf die ersten warmen Sonnenstrahlen wartet, kann sich diese Wartezeit mit dem Roman unterhaltsam verkürzen. Und wem ein schwimmender Blumenladen nicht genug ist, der hat demnächst mit der schwimmenden Buchhandlung in Venedig (Buch 2 der Reihe) und dem schwimmenden Café in Kopenhagen (Buch 3 der Reihe) noch weitere Möglichkeiten, dem Alltag mit einer süßen Geschichte zu entfliehen.