Unterhaltsamer Roman mit schönem Setting

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Rosie hält es in der stickigen Großstadt London nicht mehr aus, auch ihren Job mag sie eigentlich nicht so sehr und sie möchte weg.
Viel lieber möchte sie ihrer wahren Leidenschaft, den Blumen, frönen, weshalb sie kürzlich einen Abendkurs in Floristik absolviert hat.
Nun überlegt sie, was sie mit dem Erlernten anfangen soll und entschließt sich, nach Amsterdam zu gehen. Dort gibt es einen schwimmenden Blumenmarkt und seitdem sie diesen sah, träumt sie davon, dort selbst einen Stand zu betreiben.
Doch der Start dort gelingt nicht ganz so, wie sie sich das erhofft hat.
Das gemietete Hausboot ist in schlechtem Zustand, der Nachbar Max ist sehr grummelig und griesgrämig und an einen Stand auf dem Markt kommt man auch nicht so einfach. Ob der Neuanfang dennoch gelingt?

Die Autorin Annabel French war mir bisher nicht bekannt und ihre Trilogie „Love and the City“ habe ich nur durch Zufall entdeckt.
An diesem Roman hat mich gereizt, dass Amsterdam mal ein ungewöhnlicherer Ort für die Handlung ist und nach dem schwimmenden Blumenmarkt habe ich gleich mal im Internet gesucht.
Es gibt ihn wirklich und es ist der weltweit einzige schwimmende Blumenmarkt. Die Stände und kleinen Gewächshäuser befinden sich auf Pontons und er liegt in der Singelgracht im Stadtzentrum von Amsterdam. Dort werden nicht nur Tulpen sondern eine Vielzahl von Topf- und Schnittblumen, Zimmerpflanzen, Blumenzwiebeln und Samen und auch kleine Souvenirs angeboten. In der Winterzeit findet man dort auch typisch holländische Weihnachtskugeln und –dekoriationen.
Das Setting wird von der Autorin wirklich schön und treffend beschrieben und ich hatte Freude daran, mir dazu die passenden Bilder im Internet anzuschauen. Aber auch das Setting rund um das Hausboot, das Rosie mietet, gefällt mir gut. Dort kann man bestimmt schön und friedlich leben.

Die Geschichte beginnt, wie man sich das gut vorstellen kann, dass so eine spontane Auswanderung nicht ganz so gut verläuft.
Das Hausboot ist in sehr schlechtem Zustand und Rosie muss erst mal viel Arbeit hineinstecken, bis es wirklich wohnlich und gemütlich wird. Ihr Nachbar auf dem danebenliegenden Hausboot ist nicht gerade erfreut, dass es in seiner direkten Nachbarschaft plötzlich lauter wird und er verhält sich nicht gerade freundlich.
Als Rosie sich nach einem Stand auf dem Blumenmarkt erkundigt, erfährt sie, dass es normalerweise nicht so einfach ist, dort einen Platz zu bekommen. Doch durch einen glücklichen Zufall ergattert sie den kleinsten Stand auf dem Markt und zieht sich damit den Unmut eines Konkurrenten zu, der den Stand selbst gerne zusätzlich zu seinem gehabt hätte.
Doch Rosie gibt nicht auf, trotzt allen Widrigkeiten und kämpft sich durch.

Das war schön zu erleben, wie Rosie ihren Neuanfang in Amsterdam gestaltet und sich so ihren Traum erfüllt. Trotz der Hindernisse verliert sie den Mut nicht und legt sich sogar mit dem viel größeren Konkurrenten an. Durch ihre Freundlichkeit erreicht sie da auch so einiges und sie findet neue Freunde auf dem Markt.
Der grummelige Nachbar Max stellt sich als hilfsbereit heraus, als Rosie bei einem plötzlichen Notfall auf dem Hausboot Hilfe braucht. Und dann war es auch ein bisschen vorhersehbar, dass zwischen den beiden irgendwann die Funken sprühen werden.

Annabel French erzählt die Geschichte in einem angenehmen leichten Schreibstil und hat auch nette Charaktere gezeichnet. Rosie mochte ich von Anfang an, denn sie hat eine positive Art und auch Mut gezeigt, mir ihrer spontanen Auswanderung.
Mit Max, der Künstler ist und einen niedlichen Hund hat, musste ich erst warm werden, auch wenn ich vermutet hatte, dass es einen tieferen Grund für sein Verhalten gibt, der sich im Verlauf der Handlung dann auch erklärt.

Insgesamt ist dieser Roman eine schöne Wohlfühlgeschichte mit einem bezaubernden Setting. Manche Dinge sind etwas vorhersehbar aber es gibt auch nette Überraschungen und es macht Lust auf Frühling und viele bunte Blüten. Ich wurde gut unterhalten und freue mich auf die weiteren Locations der Trilogie in Venedig und Kopenhagen!


Fazit: 4 von 5 Sternen


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