Roman mit Intention

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kirstin Avatar

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Eva Völler hat mit ihrem neuen Roman ein kaum aufgearbeitetes Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte gewählt: Das Schicksal der Verschickungskinder. Selbst sehr junge Kinder wurden für mehrere Wochen alleine zu Heilkuren "verschickt", die ihrer Gesundheit gut tun sollten, doch vielfach erlebten die Kinder in diesen Wochen traumatische Ereignisse, die sie ihr Leben lang prägten. So erging es auch den Geschwistern der Autorin, denen sie dieses Buch widmet. Die persönliche Betroffenheit trägt dazu bei, dass Eva Völler ein authentischer und emotionaler Roman gelingen ist, der den Lesenden von Beginn an fesselt und an den gegenwärtigen und vergangenen Geschehnissen teilhaben lässt. In der Gegenwart macht sich die Journalistin Hanna auf den Weg nach Borkum, um dort zu einem ehemaligen Kinderkurheim zu recherchieren, das ihre Mutter früher besucht hat. Unterstützung erfährt sie von Ole, dem Inselarzt, dessen Großvater ebenfalls in die Abläufe im Kurheim involviert war. In der Vergangenheit erzählt die kleine Susanne, wie sie 1963 zu ihrer Kinderkur aufbrach und im Ruhrgebiet alleine in einen Bus gesetzt wurde, um auf Borkum als erstes ihren Namen gegen eine Nummer eintauschen zu müssen.