Alte Freunde

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bookworld91 Avatar

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Wenn alte Freunde nach Jahren aufeinandertreffen, werden Anekdoten erzählt und Erinnerungen ausgetauscht. Dabei kann auch so manches Geheimnis offenbart werden. So auch in „Der Sommer, der uns blieb“.

Britta, Martin und Pia haben sich seit über 20 Jahren nicht gesehen. Dann verschlägt es erst Britta und dann Pia zurück in die alte Heimat, wo Martin immer noch lebt. Doch die Wiedersehensfreude will bei den Frauen nicht recht aufkommen- zu groß ist die Last eines alten Geheimnisses…

Ich lese für gewöhnlich gerne Romane mit Familiengeheimnissen. Besonders, wenn diese nicht direkt offensichtlich sind, Wendungen beinhalten und die Charaktere daran wachsen. Daher versprach ich mir viel von diesem Roman. Er wurde meinen Erwartungen bedingt gerecht.
Positiv zu erwähnen ist, dass das finale Geheimnis rund um Pia erst recht spät offenbart wird. Auch wenn ein Teil sich erahnen lässt- das große Geheimnis ist eine Überraschung für mich, die noch einmal Spannung in die Geschichte bringt.

Die Sprache und der Schreibstil des Buches sind okay. Gut lesbar, flüssig und bildhaft- nicht herausragend, aber gut gemacht. Vor allem passen sie zu dem Roman, was sehr wichtig für mich ist.

Als störend bis nervig empfand ich allerdings die Charaktere. Pia ist stur und egoistisch, lässt sich nicht des Besseren belehren- und ändert das auch nicht. Britta mag zwar loyal zu ihrem Vater sein und Pias Geheimnis nicht verraten, aber auch sie bleibt stur, stolz und verletzt, ohne über ihre Handlungen nachzudenken. Lediglich Martin, der einzige Mann in der Gruppe, fängt am Ende an, sein stures Verhalten zu ändern und nicht 100% zu seiner Mutter zu halten.

Auch die großen Überraschungen kommen- genau wie Martins geändertes Verhalten- erst gegen Ende. Dadurch ist besonders der Anfang zäh und dröge. Schade- selbst ein Wohlfühlroman wie dieser kann Hinweise zur Steigerung der Spannung vertragen. Zum Beispiel ein alter Brief. Ein Foto. Eventuell ein Zahlungsbeleg, der stutzig macht. Ein Wort an falscher Stelle. Das hätte mir den Lesefluss erleichtert. So gebe ich 3,5 Sterne, die ich auf 4 aufrunde.