Außen hui, innen naja.

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steffif Avatar

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Optisch ist dieses Buch ein echter Blickfang. Der aufwendig gestaltete Einband und der Farbschnitt wecken hohe Erwartungen, vielleicht sogar zu hohe.

Denn inhaltlich konnte das Buch für mich nicht mithalten. Statt mich in die Geschichte hineinzuziehen, blieb ich oft auf Distanz. Die einzelnen Kapitel sind sehr kurz und wechseln ständig zwischen den Protagonisten Britta, Pia und Martin hin und her. Zusätzlich gibt noch ein paar Zeitsprünge. Das Problem war für mich nicht, den schnellen Kapitelwechseln zu folgen, sondern dass es mir dadurch nicht gelungen ist, mich in die Protagonisten gut einzufühlen. Der Erzählstil ist sehr erklärend. Die Autorin nutzt kaum "Show don't tell". Vieles wird erklärt, statt spürbar erzählt, sodass auch deshalb kaum echte Nähe zu den Figuren entsteht. Dialoge (besonders von Pia) sind sehr wohlfeil formuliert. So spricht man nicht.
Hinzu kommen einige wenige Ungereimtheiten, die mein Verständnis etwas gestört haben.

Die Geschichte an sich ist eigentlich mega interessant und man hätte viel daraus machen können. Die Charaktere sind allesamt recht eindimensional dargestellt. Da ist noch Luft nach oben.

Die Szenen mit Brittas an Demenz leitendem Vater waren widerrrum sehr liebevoll und realistisch formuliert.

Fazit: Für Leserinnen und Leser, die einen eher erklärenden, ruhigeren Stil bevorzugen, mag der Roman funktionieren. Für mich blieb das Buch jedoch deutlich hinter dem zurück, was sein äußeres Erscheinungsbild verspricht.