Heilt die Zeit alle Wunden?

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miro76 Avatar

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Britta, Max und Pia waren unzertrennlich als Kinder. In ihrer Kleinstadt sind sie recht behütet aufgewachsen, obwohl jedes Kind auch sein Scherflein zu tragen hatte. Dennoch war ihre Kindheit geprägt von Lagerfeuer, Zelten und Picknicks am See. Lauter kleine Abenteuer, die eine gute Kindheit ausmachen. Doch für Pia war das alles immer schon etwas eng. Sie wollte die große Welt sehen und ihrem Drang nach Freiheit endlich nachgeben.

Der Sommer nach dem Abitur sollte noch mal richtig unbeschwert sein, doch Pia verschwindet kurz nach der Abifeier ohne sich zu verabschieden und Max und Britta kommen mit ihren verletzten Gefühlen nicht klar. So verlieren sich alle drei aus den Augen, bis 20 Jahre später Brittas Vater nicht mehr allein zurecht kommt und Pia eine Ausstellung in ihrer ehemaligen Heimatstadt gibt.

Das holprige Wiedersehen reißt die alten Wunden auf und Geheimnisse kommen ans Licht. Die alte Freundschaft möchte wiederbelebt werden und neue Wege sollen beschritten werden. Können die drei über ihre Schatten springen und die gezogenen Gräben überwinden?

Greta Herrlicher widmet sich mit diesem Roman einem beliebten Thema: Die Vergangenheit und besonders ungelöste Konflikte beeinflussen das Denken und Handeln aller Protagonisten. Schuld und Verantwortung lassen sich häufig nicht klar zuordnen. Es gibt kein Schwarz und Weiß. Es gibt ein Gefüge aus Entscheidungen, die mal mehr mal weniger richtig getroffen wurden und schlußendlich bis in die Gegenwart Folgen zeigen.

Das Grundgerüst der Geschichte gefällt mir prinzipiell gut, aber die Autorin verarbeitet in ihrem Text eindeutig zu viele Plattitüden, die sich als Alltagsweisheiten tarnen. Das war mit definitiv zu flach. Die Geschichte hat Potential und deshalb war sie auch ganz nett zu lesen. Eine klare Empfehlung kann ich dafür aber nicht aussprechen.