Oberflächliche Sommerlektüre für den Strand

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miriam0000 Avatar

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Der Roman Der Sommer, der uns blieb hinterlässt bei mir einen eher durchwachsenen Eindruck. Insgesamt handelt es sich um eine solide, aber nicht besonders herausragende Sommerlektüre, die sich zwar angenehm lesen lässt, aber wenig bleibenden Eindruck hinterlässt.

Die Handlung ist von Anfang an sehr vorhersehbar. Viele Entwicklungen zeichnen sich früh ab, sodass überraschende Wendungen weitgehend ausbleiben. Dadurch fehlt es der Geschichte stellenweise an Spannung und Tiefe. Auch die Figuren konnten mich nicht wirklich überzeugen – sie bleiben eher blass und wirken in ihren Motiven und Emotionen wenig differenziert, sodass es schwerfällt, eine echte Bindung zu ihnen aufzubauen.

Positiv hervorzuheben ist jedoch die Sprache: Sie ist leicht, flüssig und gut zugänglich, was das Buch zu einer unkomplizierten Lektüre für zwischendurch macht. Allerdings wirkt der Stil an manchen Stellen auch etwas zu seicht und oberflächlich, wodurch emotionales Potenzial verschenkt wird.

Gelungen finde ich die Atmosphäre des Romans. Die Autorin schafft es, dieses Gefühl von Kindheit, Unbeschwertheit und sommerlicher Leichtigkeit sehr stimmig einzufangen. Diese Passagen haben für mich den größten Reiz des Buches ausgemacht und verleihen der Geschichte zumindest stellenweise eine gewisse Wärme und Nostalgie.

Mein Fazit: Der Sommer, der uns blieb ist eine nette, leicht konsumierbare Lektüre für warme Tage, die vor allem durch ihre Stimmung punktet. Wer jedoch eine tiefgründige Handlung oder vielschichtige Figuren erwartet, könnte enttäuscht werden. Insgesamt also ein „ganz okay“ – weder besonders gut noch wirklich schlecht.