Sehr atmosphärisch!

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DER SOMMER, DER UNS BLIEB
Greta Herrlicher
ET: 14.04.26

Einst waren sie beste Freunde: Britta, Pia und Martin – ein Dreiergespann, das unzertrennlich wirkte. Britta und Martin stammen aus sogenannten gutbürgerlichen Familien und waren seit jeher Nachbarskinder. Pia hingegen zog erst später in die Kleinstadt. Ihre familiären Verhältnisse waren unruhiger: Die Partner ihrer Mutter wechselten, ihre Stiefgeschwister hatten unterschiedliche Väter. Pia brachte frischen Wind mit, war weniger angepasst, freiheitsliebend und für jeden Unsinn zu haben. Es war eine unbeschwerte Kindheit – bis sich mit dem Erwachsenwerden etwas in ihrer Konstellation verschob und schließlich zum Bruch der Freundschaft führte.

Viele Jahre später treffen die drei wieder aufeinander: Britta erhält einen Anruf, dass ihr Vater verwirrt und desorientiert wirkt. Sofort reist sie in ihre Heimatstadt, wo sie auf Martin trifft, der noch immer im Haus seiner Mutter lebt und inzwischen die Firma seines verstorbenen Vaters leitet. Doch die Vergangenheit steht zwischen ihnen, und besonders Britta ist nicht bereit, sich noch einmal auf Martin einzulassen. Erst als die todkranke Pia wieder in ihr Leben tritt, sind die ehemaligen Freunde gezwungen, sich mit den Ereignissen des letzten gemeinsamen Sommers auseinanderzusetzen, der alles veränderte.

Besonders intensiv wirkt der Roman, weil die Autorin ihre Protagonisten abwechselnd zu Wort kommen lässt. Der Schreibstil ist angenehm leicht und zugänglich, sodass man nur so durch die Seiten fliegt. Die Rückblicke in die Jugend der drei haben mir besonders gut gefallen und bei mir einige Erinnerungen wachgerufen.

Ein kleiner Kritikpunkt für mich war, dass die Handlung an manchen Stellen etwas vorhersehbar und konstruiert wirkte.

Fazit:
Nicht nur die Gestaltung des Buches ist wunderschön, sondern auch die Geschichte. Ein sommerlicher Roman, der zum Nachdenken anregt und aus dem man einiges mitnehmen kann. Ich empfehle ihn sehr gern weiter.
4½/5