Sehr schönes Buch

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tanja84 Avatar

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„Der Sommer, der uns blieb“ hat mich ehrlich überrascht. Ich habe nicht damit gerechnet, wie sehr mich dieses Buch mitnimmt. Es ist eines dieser Bücher, bei denen man irgendwann vergisst, dass man liest – weil man komplett in der Geschichte drin ist.
Die Handlung klingt erstmal ruhig: drei Freunde, eine Kleinstadt, ein Sommer. Aber genau darin liegt die Stärke. Die Autorin schafft es, diese scheinbar einfache Ausgangssituation mit so viel Gefühl zu füllen, dass man richtig mit Britta, Pia und Martin mitlebt. Gerade die Rückblicke in ihre Jugend haben sich für mich unglaublich lebendig angefühlt – dieses Gefühl von Freiheit, aber auch von Unsicherheit und unausgesprochenen Dingen.
Was mich besonders berührt hat, ist, wie das Buch mit seinem eigentlich schweren Thema umgeht. Es wird nichts beschönigt, aber gleichzeitig wirkt es nie erdrückend. Stattdessen wird alles sehr fein und fast schon „leicht“ erzählt – ohne an Tiefe zu verlieren. Genau diese Balance hat mich total abgeholt.
Auch der Zeitsprung hat mir gefallen. Zu sehen, was aus den Figuren geworden ist und wie sie mit der Vergangenheit umgehen, hat der Geschichte nochmal eine ganz andere emotionale Ebene gegeben. Man merkt, wie viel unausgesprochen zwischen ihnen steht – und wie schwer es ist, nach so vielen Jahren wieder zueinanderzufinden.
Für mich ist das Buch vor allem eine Geschichte über Freundschaft, über verpasste Chancen und darüber, wie sehr uns die Vergangenheit prägt – auch wenn wir glauben, sie längst hinter uns gelassen zu haben.
Ein wirklich berührender Roman, der noch lange nachhallt.