Wenn Freundschaft Risse bekommt

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Schon zu Beginn wird deutlich, worum es in diesem Buch geht: Drei Freunde, ein einschneidender Sommer und die Frage, ob man sich Jahre später noch einmal wirklich begegnen kann. Britta, Pia und Martin wachsen in einer idyllischen Kleinstadt auf, verbringen unbeschwerte Tage zwischen Seen und Feldern, bis ein Ereignis ihre enge Verbindung zerreißt. Zwei Jahrzehnte später treffen sie wieder aufeinander, mit all den Erinnerungen, Gefühlen und einem Geheimnis, das nie ganz verschwunden ist.

Auch die Gestaltung des Buches ist etwas ganz Besonderes. Der „Schnitt“ durch den Titel ist nicht nur ein optischer Hingucker, sondern passt auch inhaltlich erstaunlich gut zur Geschichte und ihren Brüchen. Der bedruckte Buchschnitt und das Page Overlay sind wunderschön umgesetzt und machen das Buch zu einem echten Schmuckstück, das man gern in den Händen hält.

Die Autorin erzählt mit einer ruhigen, sehr einfühlsamen Stimme. Die Atmosphäre ist dicht und gleichzeitig angenehm leicht, fast wie ein warmer Sommertag, an den man sich lange erinnert. Besonders die Verbindung zwischen den drei Figuren wirkt authentisch. Diese Mischung aus Nähe, Vertrautheit und all den unausgesprochenen Dingen, die zwischen ihnen stehen.

Die Rückblicke sind dabei besonders treffend beschrieben. Die 90er Jahre sind so lebendig eingefangen, dass man sie förmlich spüren kann, mit all ihren kleinen Details, Stimmungen und diesem ganz eigenen Lebensgefühl. Gleichzeitig ist die Charakterzeichnung sehr gelungen: In der Vergangenheit wirken Britta, Pia und Martin noch kindlich und unbeschwert, während sie in der Gegenwart klar gereift sind und doch tragen sie noch immer denselben Kern in sich. Genau diese Kontinuität macht die Figuren so glaubwürdig und nahbar. Gerade dieses Wechselspiel macht die Geschichte so berührend. Es geht um Freundschaft, um Liebe, um Schuld und darum, was es bedeutet, sich selbst wirklich zu begegnen.

„Der Sommer, der uns blieb“ ist ein zarter und zugleich kraftvoller Roman, der lange nachklingt. Eine Geschichte, die nicht laut sein muss, um tief zu berühren und die zeigt, dass manche Verbindungen selbst die Zeit überdauern.