Buch, das zum Nachdenken einlädt

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vo.nicole Avatar

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Max A. Edelmann eröffnet seinen Roman „Der unsichtbare Elefant“ mit einem Schockmoment: Der Düsseldorfer Anwalt Thomas Siebenmorgen nimmt sich vor den Augen einer Kollegin das Leben. Zurück bleiben viele Fragen: Bei María, die ihn mochte, bei Viktor vom Kriseninterventionsteam und bei Simon, einem jungen Staranwalt, der im Auftrag der Kanzlei Nachforschungen anstellt. Aus unterschiedlichen Perspektiven nähern sie sich Thomas’ Geschichte an und stoßen dabei auf Thomas' Familiengeschichte.

Der Schreibstil ist sehr kurzweilig und durch die extrem kurzen Kapitel möchte man als Leser das Buch gar nicht aus der Hand nehmen. Die Perspektiven und unterschiedlichen Figuren sorgen für Abwechslung und machen das Lesen lebendig. Besonders spannend fand ich die Verknüpfung der persönlichen Schicksale mit Religion, Kunst, Kultur und Literatur. Das Ganze wirkt wie ein Puzzle, das den eigenen Horizont erweitert. Man kann sehr viel aus diesem Roman mitnehmen. Manche Verbindungen waren für mich etwas zu konstruiert und bewusst „gemacht“. Dennoch bleibt am Ende ein stimmiger, versöhnlicher Abschluss.

Insgesamt ist „Der unsichtbare Elefant“ eine tolle Lektüre für alle, die gerne intertextuell lesen, Rätsel mögen und Lust haben auf ein Buch, das zum Mitdenken einlädt und lange nachhallt.