Der unsichtbare Elefant

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miss-marple Avatar

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Thomas Siebenmorgen ist ein hart arbeitender Anwalt in einer renommierten Düsseldorfer Kanzlei. Ohne Vorwarnung klettert er eines Abends über die Brüstung im Innenhof der Firma und stürzt ab und zerstört dabei noch ein sehr teures Kunstwerk eines bekannten asiatischen Künstlers. Thomas war ein Jasager und hat sich so sehr von Kollegen/Vorgesetzten ausnutzen lassen, dass er fast kein Privatleben hatte.

Besonders betroffen ist die Maria, die Kollegin von Thomas, die ihn hat abstürzen sehen und ihm nicht mehr helfen konnte. Die Chefs der Kanzlei wollen Schadensbegrenzung erreichen und lassen den unabhängigen Anwalt Simon aus dem Büro in München einfliegen, der sich auch mit den Eltern und Kollegen von Thomas auseinandersetzt. Besonders gut gefallen hat mir der Schlagabtausch von Simon und dem früheren Mitarbeiter (Seniorpartner) der Kanzlei, der sich vor kurzem selbständig gemacht und die Kanzlei verlassen hat.

Die Geschichte von Thomas hat mich sehr berührt und der eindringliche Schreibstil und die Thematik hat mich das Buch kaum aus der Hand legen lassen. Was hat Thomas genötigt seinem Leben ein Ende zu setzen? Diese Frage wird nicht befriedigend beantwortet. Sehr interessant ist die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart und der Einfluss von früheren Traumata der Vorfahren auf unser Leben.

Das letzte Drittel des Buches hat mich allerdings etwas irritiert zurückgelassen. Es gibt zu viele lose Fäden, die nicht zusammenlaufen. Es gibt Hinweise auf Kultur, Kunst, Religion usw. Da hat der Autor zu viel gewollt. Das etwas offene Ende könnte vielleicht ein Hinweis sein, dass es noch einen Nachfolgeband gibt. Das Buch ist allerdings trotz meiner zwiespältigen Gefühle sehr lesenswert. Die Figuren Maria, Victor, Simon und Inaaya sind mir sehr ans Herz gewachsen und haben mich nachhaltig beeindruckt.