Offene Fragen

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murksy Avatar

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Ein Anwalt will sich in der Kanzlei das Leben nehmen. Obwohl er sich anders entscheidet, stürzt er ab, als er sich in Sicherheit bringen will. Eine Kollegin wird Zeugin des Vorfalls. Aus diesem tragischen Unglück entspinnt sich eine lange, tiefgehende Suche nach den Gründen. Verschiedene Personen versuchen zu ergründen, was den Mann zu seiner Tat trieb. Die Kanzlei ist um Schadensbegrenzung bemüht und beauftragt einen ihrer Anwälte, mit den Eltern zu sprechen.
Im Laufe der Geschichte gestaltet sich die Suche nach dem Elefanten im Raum zu einer psychischen Tauchfahrt in die menschliche Seele. Was treibt einen Menschen zum Selbstmord? Und ist es ein Grund oder eine Gemengelage an Erfahrungen und Ereignissen, die teilweise bis weit in den familiären Hintergrund reichen?
Das Buch ist gut geschrieben, liest sich sehr flüssig, auch wenn das Thema gewiss kein einfaches ist. Allerdings verliert sich der Erzähler teilweise in den Nebenschauplätzen und vieles bleibt offen. Der unsichtbare Elefant wird somit je nach Sicht zu einem anderen Stolperstein, der letztendlich den Anwalt aus der Bahn warf. Kann man etwas aus der Geschichte lernen? Auch dies ist schwer zu beantworten, außer dass Selbstnord keine Lösung ist und für die Hinterbliebenen viel Schmerz verursacht. Als Leser hat man es natürlich leicht, zu urteilen. Ja hätte er doch das und das getan oder mit dem geredet. Das Buch lässt viel Raum für Interpretationen und Spekulationen, liefert aber keine wirkliche Antwort. Kann es auch nicht, die Wahrheit hat viele Seiten. Und das Opfer schweigt für immer.

Die ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen unterliegt dem Urheberrecht.