Stille Wasser fallen tief

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kleinanna Avatar

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Das Cover hat mich auf den ersten Blick angesprochen. Auch den Titel finde ich sehr passend gewählt, er machte mich direkt neugierig. Der Autor greift in diesem Buch die Geschichte von Thomas auf, einem Juristen, der Suizid begeht. Aus verschiedenen Perspektiven gehen unterschiedliche Charaktere der Frage nach, was Thomas in den Suizid getrieben hat. Die Perspektiven wechseln rasch - ergeben damit einen wunderbaren Flow. Ich habe die ersten beiden Teile des Buches wirklich verschlungen. Gerade die kurzen Kapitel haben Spannung in mir ausgelöst. Die verschiedenen Sichtweisen (Kollegen, Eltern, KID) fand ich bereichernd, die Dynamik, die sich dadurch ergab, aufregend. Der letzte Teil des Buches und auch der Grundgedanke hinter dem Suizid ist gut gedacht. Für mich verliert sich der Autor aber leider in Parallelgeschichten (Klassentreffen), die mir zu trocken waren. Der Aspekt der transgenerationalen Weitergabe kommt mir zu kurz, obwohl er der Geschichte eine wunderbare Wende und die notwendige Tiefe gibt. Für meinen Geschmack hätten die Hintergründe hinter dem Suizid gerne mehr Raum einnehmen dürfen, damit der Flow der ersten beiden Teile beibehalten bleibt. Die Figuren sind authentisch, die Geschichte berührend. Die Kernaussage geht für mich leider etwas verloren. Insgesamt finde ich das Buch empfehlenswert.