Voller guter Absichten

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
mike nelson Avatar

Von

Voller guter Absichtern. Max A. Edelmann startet mit seinem aktuellen Roman "Der unsichtbare Elefant" den Versuch, die interessierte Leserschaft ein weiteres Mal für die Nachwehen der Zeit des Nationalsozialismus bis hinein in die Gegenwart zu sensibilisieren. Deutlich 'spürbar' ist die Vorablektüre des Autors: 'Kriegsenkel' von Sabine Bode - ein sehr eindringliches Werk über die Auswirkungen unseres transgenerationalen Erbes... Geschichte wirkt hinein in die nachfolgenden Generationen. Edelmann bettet seine Grundidee ein in die Szenerie einer Düsseldorfer Anwaltskanzlei. Thomas Siebenmorgen, ein eher zurückhaltend-arbeitssam-sensibler Anwalt, dessen Vertrag nicht verlängert worden ist, stürzt sich von der Etage seines Büros in den Tod. Die ersten Seiten erwecken zunächst den Eindruck, Thomas sei ein Opfer von Arbeitsdruck, Stress und einer extrem unterkühlten und konkurrenzorientierten Arbeitskultur geworden. Es offenbart sich dann mehr und mehr Thomas Lebens- und Familiengeschichte, die maßgeblich dazu beigetragen hat, ihn zu einer verletzlichen Persönlichkeit werden zu lassen. Der Autor arbeitet für die Erklärungsversuche immer wieder mit Rückblenden, die sehr unmissverständlich auserzählt sind und eindeutige Spuren hin zum Verstehen von Thomas Tat legen, so dass dem Leser kaum Raum bleibt für eigene Fantasien und Überlegungen. Das lässt die Geschichte am Ende (leider) etwas plakativ und auch klischeehaft wirken.