Weniger wäre mehr gewesen

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pflaume Avatar

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Das Buch "Der unsichtbare Elefant" lässt mich etwas ratlos zurück. Es gibt einen Toten und Recherchen zu dessen Tod, aber es ist kein Krimi. Es gibt Aufarbeitungen von Vergangenheit, es ist aber kein Familienroman oder geschichtliche Abhandlung.

Ja, es geht darum, dass Ereignisse, auch jene vor unserer Geburt, Einfluss auf unser Leben nehmen können, aber dieser Ansatz wird leider nicht konsequent an ein oder zwei Personen sondern durch zu viele Stimmen versucht rüberzubringen. Der Zusammenhang wirkt häufig wahllos und sehr konstruiert. Was hat der fast Flugzeugabsturz mit dem Haupterzählstrang zu tun? Warum die Szene mit dem Klassentreffen, wo selbst der schnöselige Dirk zu Wort kommt. Komplett unnötig. Wildgänse, Kalligraphie, NS-Zeit, Eltern-Kind-Verhältnis, als Türke in Deutschland aufwachsen, Afrikanische Wurzeln haben etc pp. alles ein wenig viel für meinen Geschmack und nichts erklärt letztendlich den Tod, der der Auslöser für die Geschichte ist.

Alle angerissenen Themen hätten locker Stoff für mehrere Romane oder einzelnen Kurzgeschichten gegeben, so wirkt es schlicht zu viel gewollt. Es kommen viel zu viele Personen zu Wort.

Die Schreibe an sich ist jedoch gut und Titel und Cover sind sehr ansprechend. Wenn der Autor sich trauen würde, großzügig zu Streichen und sich auf ein oder zwei Punkte zu konzentrieren, dann würde ich weiteres von ihm lesen.