Wenn man die Wahrheit ausblendet

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bartie Avatar

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Der Suizid des Rechtsanwalts Thomas Siebenmorgen, der sich am späten Winterabend an seinem Arbeitsplatz aus fünfzig Meter Höhe in den Tod gestürzt hat, schlägt hohe Wellen:
Der japanische Künstler Haruki Yamatoshi aus Tokio wurde telefonisch darüber informiert, dass sein Kunstwerk, im Foyer des Bürogebäudes ausgestellt, bei dem Sturz endgültig zerstört wurde.
Um Schadensbegrenzung bemüht, veranlasst der Kanzleigründer Dr. Mueller-Reichenberg aus München eine interne Untersuchung des Vorfalls, und schickt seinen besten Mitarbeiter Simon Nyakuri nach Düsseldorf.
Für die Mitarbeiter der renommierten Kanzlei in Düsseldorf ist Thomas` Sturz ein traumatisches Ereignis, sie trauern um ihren Kollegen, manche stehen unter Schock. Am stärksten betroffen ist die junge Anwältin Maria Polonio, die den Sturz beobachtet hat und jetzt von Schuldgefühlen geplagt ist. Ihr zu Seite steht Viktor Kemper vom Kriseninterventionsteams. Maria und Viktor versuchen zusammen herauszufinden, was Thomas zu dieser Tat bewogen haben könnte.

Bei diesem Roman kann man definitiv keinen typischen Krimi erwarten. In seinem Debütroman befasst sich Max A. Edelmann zwar mit der Recherche zum tragischen Tod eines Juristen, doch es wurde schnell offensichtlich, dass das Opfer freiwillig diesen Weg gewählt hat. Die Frage warum Thomas Siebenmorgen nicht mehr leben wollte, beschäftigt die übrigen Betroffenen: Maria Polonio, Viktor Kemper und den Rechtsanwalt Simon Nyakuri. Simon handelt im Rahmen des ihm erteilten Auftrags, Maria und Viktor tun es aus eigener Initiative.
Die ganze Geschichte wurde in kurzen Kapiteln erzählt, der Schreibstil ist flüssig, angenehm zu lesen. Die Geschichte entwickelt einen leichten Sog, denn der Grund für Thomas` Verzweiflungstat lässt sich lange nicht eindeutig erkennen. Erst die Recherche von Viktor und Maria bringt neue Erkenntnisse ans Tageslicht, welche weit zurück in die Vergangenheit reichen, und das Leben von Thomas und seiner Familie in ein neues Licht rücken. Gleichzeitig bietet die Recherche den drei Ermittlern eine Gelegenheit sich mit der eigenen Lebensgeschichte auseinanderzusetzen.
Ich empfand den Roman als sehr interessant, jedoch etwas mit unterschiedlichen Themen überladen und mit einigen, unbedeutenden Vorkommnissen in die Länge gezogen.
„Der unsichtbare Elefant“, ein Debütroman des promovierten Juristen Max A. Edelmann, lenkt die Aufmerksamkeit seiner Leserschaft auf Konflikte, die für die Betroffenen sichtbar sind jedoch bewusst ignoriert werden. Eine kluge Lektüre, die zum Nachdenken anregt.