Ein bewegendes Schicksal und ein vergessenes Kapitel Geschichte
Das schlichte, aber ausdrucksstarke Cover mit dem Jungen auf dem Roller erzeugt sofort ein melancholisches Gefühl und stimmt perfekt auf diese emotionale Familiengeschichte ein. Melanie Levensohn greift hier ein extrem berührendes und in der Literatur kaum bekanntes Thema der deutsch-französischen Nachkriegsgeschichte auf: den gewaltsamen Kindertransfer durch die französische Regierung im Jahr 1948.
Die Gegenüberstellung der zwei Zeitebenen verspricht von der ersten Seite an große Spannung und emotionale Tiefe. Auf der einen Seite steht die junge Mutter Liese im Nachkriegsdeutschland, der ihr zweijähriger Sohn Johannes entrissen wird. Auf der anderen Seite verfolgen wir Johannes, der als André in Burgund aufwuchs und heute als Winzer in Kalifornien lebt. Kurz vor seinem 80. Geburtstag begibt sich seine Enkelin Maya auf die Spurensuche nach seiner Herkunft.
Der Klappentext lässt auf einen sehr einfühlsamen, packenden und mitreißenden Schreibstil schließen. Eine tiefgründige Geschichte über verdrängte Traumata, die Suche nach Identität und die unumstößliche Bandbandbreite der Mutterliebe – ein absolutes Must-Read für Fans historischer Familienromane!