Zwischen Herzklopfen und der Angst vor dem, was kommt

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Allein der Prolog mit Maya und ihrem Großvater hat mich schon sehr berührt. Ihre Nähe zueinander ist auf wenigen Seiten so spürbar, dass ich sofort wissen wollte, was ihn geprägt hat. Auch Lieses Geschichte hat mich direkt emotional abgeholt. Als sie Michel näherkommt, habe ich das Flattern in ihrem Bauch förmlich mitgespürt. Gleichzeitig ist da beim Lesen ständig das Wissen aus dem Klappentext: Aus diesem Glück wird einmal Johannes hervorgehen, und Liese wird ihn verlieren.

Melanie Levensohn schreibt anschaulich und gefühlvoll. Die kleinen Einzelheiten aus Lieses Alltag machen die Zeit nach dem Krieg greifbar, ohne dass die Geschichte an Tempo verliert. Liese, die gefangen ist zwischen der emotionalen Kälte der Nachkriegszeit und der Wärme, die von Michel ausgeht. Und genau zwischen dieser Verliebtheit und dem, was ich über Johannes weiß, entsteht direkt eine Spannung in der Leseprobe.

Das Cover kommt relativ unspektakulär daher. Es wirkt zunächst fast leicht, während der lange Schatten etwas Unheilvolles andeutet. Ich möchte unbedingt weiterlesen, um zu erfahren, wie Johannes seine Herkunft entdeckt und damit umgehen wird.