Zwischen Kriegsende, Angst und verbotenen Gefühlen

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Das Cover gefällt mir richtig gut. Es ist schlicht, aber durch das Kind auf dem Roller und vor allem den langen Schatten irgendwie beklemmend. Gerade zusammen mit dem Titel „Deutsches Kind“ macht es mich neugierig, weil man sofort das Gefühl bekommt, dass hinter diesem Kind eine Geschichte steckt, die deutlich größer ist als es selbst.

Die Leseprobe hat mich sehr schnell gepackt. Besonders die Kapitel um Liese im Jahr 1945 fand ich spannend. Hunger, Lebensmittelkarten, die französischen Besatzer und die Sorge um den Vater vermitteln sehr eindrücklich, wie unsicher das Leben direkt nach Kriegsende gewesen sein muss. Trotzdem gibt es auch kleine humorvolle Momente – die Geschichte mit den Schnecken und der kostbaren Butter mochte ich zum Beispiel sehr. 😄

Liese war mir sofort sympathisch. Ihre anfängliche Angst vor dem französischen Leutnant Michel und die langsam entstehende Anziehung zwischen den beiden sind sehr nachvollziehbar erzählt. Gleichzeitig ahnt man natürlich, dass diese heimliche Liebe vermutlich nicht ohne Folgen bleiben wird.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und bildhaft, sodass ich direkt in der Geschichte war. Besonders neugierig macht mich aber auch der Prolog mit Maya im heutigen Kalifornien.

Ich erwarte eine emotionale Familiengeschichte über mehrere Generationen, in der nach und nach sichtbar wird, wie Vergangenheit und Gegenwart zusammenhängen. Genau solche Geschichten lese ich sehr gerne und würde deshalb unbedingt weiterlesen.