Brilliant
Das Cover verdeutlicht schon die Verlorenheit eines kleinen Kindes und macht auf das Buch aufmerksam. Melanie Levensohn bedient sich geschickt zweier Erzählebenen, die beide sehr gut recherchiert sind. Die eigentliche Handlung beginnt in der Nachkriegszeit und erzählt die Geschichte eines kleinen Jungens, der aus der Verbindung einer jungen Deutschen mit einem französischen Besatzungssoldaten hervorgegangen ist. Mir war vollkommen unbekannt, dass diese Kinder ihren Müttern weggenommen und nach Frankreich deportiert wurden. Sehr eindrucksvoll wird die damalige Stimmung in Herxheim eingefangen und die Schwierigkeiten geschildert, in denen sich Liese als junge Mutter befindet. Die andere Erzählebene handelt von der Enkelin dieses Jungen und ihrer Suche nach der Vergangenheit. Auch Maya und ihre Lebensgeschichte beeindruckt einen. Absolut lesenswert.