Ein bewegendes Stück Geschichte

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annamagareta Avatar

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Die Handlung beginnt im April 1945 in Herxheim bei Landau und wir lernen die sechzehnjährige Liese, ihre Mutter und ihre zwei Jahre jüngere Schwester Katrin kennen. Die Region liegt in der französischen Besatzungszone und die Familie muss einen französischen Soldaten - Michel - beherbergen.
Zwischen ihm und Liese entwickelt sich eine Beziehung. Liese wird schwanger und wenig später geht es für Michel zurück nach Frankreich. Seine Spur verliert sich und Liese steht alleine mit einem unehelichen Kind da. Dieses wird ihr weggenommen, im Rahmen eines Kindertransfers nach Frankreich geschickt und dort zur Adoption freigegeben.

Melanie Levensohn wechselt im Verlauf der Handlung zwischen den Zeiten. Neben dem Erzählstrang in der Vergangenheit, gibt es Ereignisse im Jahr 1963 im Burgund und in der Gegenwart in Herxheim und Kalifornien. Lieses Sohn Johannes ist inzwischen 80 Jahre und lebt als Weinbauer in den USA. Mit Hilfe seiner Enkelin Maya begibt er sich auf Spurensuche in seine Vergangenheit.

Ich habe schon viele Bücher über die Zeit des Zweiten Weltkrieges und seine Folgen gelesen und bin jedes Mal wieder erstaunt, dass es unzählige berührende und bewegende Schicksale gibt, die bis weit in die Gegenwart hineinragen und die dennoch vollkommen in Vergessenheit geraten sind.
Mit ihrem Buch hat die Autorin ein weiteres Stück Zeitgeschichte lebendig gemacht, das die Grausamkeiten des Krieges und seine Folgen aufzeigt.
Es geht dabei um Verlust, Identität, Herkunft, Sprachlosigkeit, aber auch um Hoffnung und Heilung.

Mich hat dieser gut recherchierte Roman berührt und erschüttert und ich kann ihn Leser*innen, die mehr über die deutsch-französische Zeitgeschichte erfahren wollen nur empfehlen.
Mit ihrem Nachwort hat Melanie Levensohn ihr Werk gelungen abgerundet.