Ein zweigeteiltes Buch über ein wichtiges Thema

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Der Roman ist in zwei Zeitebenen erzählt. Die eine im Hier und Jetzt 2026 in Amerika und Deutschland, die andere ab 1945 im Nachkriegsdeutschland. Die französischen Besatzer bestimmen was richtig und was falsch ist. Französische Soldaten werden in den Familien einquartiert, eine Situation, die man sich heute gar nicht mehr vorstellen kann. So kommt der attraktive Michel in den Drei-Frauen-Haushalt von Liese, ihrer Schwester und ihrer strengen Mutter. Es kommt wie es kommen muss - die lebensfrohe, etwas naive Liese verliebt sich in Michel, beide träumen von einem gemeinsamen Leben im mondänen Paris. Letztlich wird Liese schwanger und Michel zurück nach Frankreich, schließlich nach Algerien versetzt. Der romantische Traum von einem Leben zu zweit ist ausgeträumt. Liese wird geächtet, verspottet, sogar von ihrer Mutter, die ihr das Leben zur Hölle macht. Schließlich wird ihr ihr Sohn genommen. Dieser Teil der Geschichte berührt mich sehr. Ich wusste bisher nicht, dass es so etwas überhaupt gab. Dass die Kinder ihren Müttern weggenommen wurden, um in Frankreich zu leben, Franzosen zu werden kann man sich gar nicht vorstellen. Unmenschlich, insbesondere wenn man die Schilderungen in den Heimen liest. Manche Kinder wurden für unbrauchbar gehalten, kamen aber auch dann nicht zurück zu ihren Müttern. Grausam und menschenverachtend. Im Jahr 2026 schickt der Winzer André seine Enkelin Maya auf Spurensuche in die Vergangenheit. Sie reist nach Deutschland und recherchiert mit dem attraktiven Benedikt, was zwischen 1948 und heute geschah. Schließlich finden sie Liese, die noch in einem Altersheim lebt. Soweit so gut. Leider gefallen mir bei der Perspektive aus der heutigen Zeit weder Schreibstil noch Figuren. Die vorhersehbare Liebesgeschichte zwischen Maya und dem erfolgreichen Benedikt wirkt auf mich recht klischeehaft, das unglückliche Eheleben Mayas passt dann noch gut ins Bild. Die Brandkatastrophe in Nappa Valley ist gut eingebunden und sorgt für Spannung, auch der Weinbezug ist für mich als Weinliebhaberin interessant, aber dennoch springt der Funke da nicht über. Ich bin eher froh, wenn ich wieder in Lieses Geschichte eintauchen kann. Das Ende ist wieder sehr berührend, wenn sich auch alles sehr schnell ineinander fügt. Wegen des sehr wichtigen und berührenden Themas habe ich das Buch aber gerne und interessiert gelesen und die Geschichte im Hintergrund wird mich sicher noch einige Zeit beschäftigen.