Familiengeschichte, die in der Vergangenheit und Gegenwart spielt

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insel Avatar

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Dem Roman legt den Fokus auf zwei Zeiten nämlich den Jahren 1945 Kriegsende bis 1948 in Herxheim, was zur französischen Besatzungszone gehörte, sowie in der Gegenwart 2026 in Herxheim bzw. Landau 2026 sowie in Napa Valley/ Kalifornien. Das Augenmerk der Geschichte liegt einmal auf Liese damals 16 Jahre alt, die sich damals in einen französischen Soldaten verliebt, von ihm schwanger wird und der dann 1948 ihr Kind vom französischen Staat weggenommen wird. Illegitime Kinder, wie Kinder von französischen Besatzern genannt wurden, kamen zunächst in Kinderheime und wurden zur Adoption freigegeben. In Napa Valley beschließt der fast 80jährige André seine Enkelin Maya nach Deutschland zu schicken, um evtl. doch noch etwas über die Gründe seiner Adoption zu erfahren, denn durch seine Geburtsurkunde weiß er von seinem Geburtsort. Wieso wollte seine Mutter ihn nicht haben? Zugleich beschäftigt sich der Roman mit der Thematik des Weinanbaus, denn André ist Winzer und hier geht es auch um den Klimawandel bzw. um die damit verbundene Dürre etc.
Mir hat der Schreibstil der Autorin sehr gut gefallen und ich war sofort in der Geschichte drin. Erwartet habe ich jedoch durch den Klappentext, dass der Roman sich mehr auf die historische Geschichte konzentriert, denn hier hätte ich gerne noch mehr von Liese und ihrem weiteren Leben sowie das ihrer Familie erfahren. Stattdessen stehen auf einmal die Enkelin Maya, ihre Ehe, die Liebe und der Weinbau sowie der Klimawandel mehr im Vordergrund.
Ich wusste bisher nicht, dass Frankreich sich der Kinder von französischen Soldaten bemächtigt hat und war sehr schockiert. Ich finde es sehr gut, dass die Autorin dieses Stück Zeitgeschichte beleuchtet hat, doch sie hätte es in meinen Augen nicht zu Gunsten der aktuellen Klimakrise nicht gefühlt in die zweite Reihe stellen sollen. Mir waren die detaillierten Beschreibungen des Weinanbaus persönlich zu viel. Das Ende fand ich ein wenig zu "weichgespült", aber ich möchte es hier nicht spoilern.
Insgesamt ein interessanter, gut geschriebener Roman! Vier Sterne