Hoffnungsfrohe Suche nach Herkunft und Heimat
„Der Kosmos ist ein fein ausgeklügeltes Zusammenspiel zwischen Wärme, Licht und Luft. Das Große lebt im Kleinen und das Kleine im Großen.“
Inhalt
Die Autorin Melanie Levensohn widmet sich in diesem Roman einem eher unbekannten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte und stellt in dieser fiktiven Erzählung die Frage danach, was mit den Kindern geschah, deren Mütter sich in der Besatzungszone mit den ehemaligen „Feinden“ einließen, die nun jedoch zu den Befehlshabern avancierten. Eines dieser Kinder ist André, der bei Adoptiveltern in Frankreich aufwuchs und bis ins hohe Alter nicht weiß, wer seine leiblichen Eltern sind. Diese Leerstelle möchte er so gerne füllen und schickt seine Enkelin Maya in die Spur. Sie reist voller guter Vorsätze aber ohne genauen Plan nach Herxheim, um dort den Wurzeln ihres Großvaters nachzuspüren. Und obwohl ihr eigenes Leben auf dem kalifornischen Weingut gerade auf dem Prüfstand steht, gelingt es ihr durch Hilfe und glückliche Umstände, ihre Urgroßmutter in einem Altersheim aufzuspüren – doch diese will mit ihrer verdrängten Vergangenheit nichts mehr zu tun haben …
Meinung
Dies war mein erster Roman der deutschen Autorin, die eine sehr eindringliche, historisch inspirierte Geschichte über unklare Herkunft, Sehnsucht nach Heimat und hoffnungsfroher Perspektive geschrieben hat. Dabei entwirft Sie in zwei wechselnden Handlungsebenen eine nahbare Familiengeschichte, die generationsübergreifend von der Vergangenheit in die Gegenwart schwenkt und echte Zuneigung zwischen den Protagonisten deutlich werden lässt.
Ein Handlungsstrang führt uns zu Liesl als junger, verliebter Frau, die sich dem französischen Besatzungssoldaten voller Zuneigung hingibt und von einem gemeinsamen Leben in einem fremden Land träumt. Doch während dieser schon an die nächste Front geschickt wird, steht sie als alleinerziehende Mutter in einem von Hunger geplagten Land als Soldatenhure am Pranger. Die staatliche Auflage, dass alle „Mischlingskinder“ in ihr Heimatland zurückgeführt werden, bedeutet nichts anderes, als dass sie ihr geliebtes Kind an ein Waisenheim abtreten muss und fortan nichts mehr über dessen Verbleib erfahren wird. Im zweiten Handlungsstrang folgt der Leser dann der erwachsenen Urenkelin von Liesl, die im Auftrag Ihres Großvaters aus dem sonnigen Kalifornien ins unbekannte Deutschland reist, um ihren Familienspuren zu folgen.
Die Erzählung ist bewegend geschildert und emotional stark erzählt, sie spiegelt die zahlreichen Facetten von Familienbanden, deckt deren Schwachstellen auf und zeigt sich von einer positiven Seite. Dennoch ist es keine rosarote Erzählung, sondern stellenweise ein höchst dramatischer Roman. Gerade Mayas Leben als Winzerin, deren Existenz von verheerenden Bränden in Kalifornien bedroht wird, hält den Spannungsbogen aufrecht – sie stemmt sich mit aller Kraft gegen ihre zum Scheitern verurteilte Ehe, gegen den Verlust ihrer Lebensgrundlage und steckt ihre Ambitionen stattdessen in eine akribische Recherchearbeit.
Fazit
Hier vergebe ich gerne 5 Lesesterne, die Geschichte konnte mich nicht nur gut unterhalten, sondern pendelt zwischen Schicksalsschlägen, positiven Entwicklungen und großen Lebensaufgaben. Dabei konzentriert sich die Autorin auf ein historisches Thema, verbindet dieses aber in erster Linie mit dem persönlichen Erleben einzelner Charaktere. Die Erzählung würde sich auch sehr gut als Filmvorlage eignen, sie beschwört viele Bilder herauf und berührt den Leser. Ich empfehle dieses Buch allen, die gerne Familiengeschichten mit dramatischen Ereignissen und starken Charakteren lesen – sehr kurzweilig und spannend. Und da es bereits zwei andere Bücher der Autorin gibt, ist mein persönliches Interesse auf jeden Fall geweckt.
Inhalt
Die Autorin Melanie Levensohn widmet sich in diesem Roman einem eher unbekannten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte und stellt in dieser fiktiven Erzählung die Frage danach, was mit den Kindern geschah, deren Mütter sich in der Besatzungszone mit den ehemaligen „Feinden“ einließen, die nun jedoch zu den Befehlshabern avancierten. Eines dieser Kinder ist André, der bei Adoptiveltern in Frankreich aufwuchs und bis ins hohe Alter nicht weiß, wer seine leiblichen Eltern sind. Diese Leerstelle möchte er so gerne füllen und schickt seine Enkelin Maya in die Spur. Sie reist voller guter Vorsätze aber ohne genauen Plan nach Herxheim, um dort den Wurzeln ihres Großvaters nachzuspüren. Und obwohl ihr eigenes Leben auf dem kalifornischen Weingut gerade auf dem Prüfstand steht, gelingt es ihr durch Hilfe und glückliche Umstände, ihre Urgroßmutter in einem Altersheim aufzuspüren – doch diese will mit ihrer verdrängten Vergangenheit nichts mehr zu tun haben …
Meinung
Dies war mein erster Roman der deutschen Autorin, die eine sehr eindringliche, historisch inspirierte Geschichte über unklare Herkunft, Sehnsucht nach Heimat und hoffnungsfroher Perspektive geschrieben hat. Dabei entwirft Sie in zwei wechselnden Handlungsebenen eine nahbare Familiengeschichte, die generationsübergreifend von der Vergangenheit in die Gegenwart schwenkt und echte Zuneigung zwischen den Protagonisten deutlich werden lässt.
Ein Handlungsstrang führt uns zu Liesl als junger, verliebter Frau, die sich dem französischen Besatzungssoldaten voller Zuneigung hingibt und von einem gemeinsamen Leben in einem fremden Land träumt. Doch während dieser schon an die nächste Front geschickt wird, steht sie als alleinerziehende Mutter in einem von Hunger geplagten Land als Soldatenhure am Pranger. Die staatliche Auflage, dass alle „Mischlingskinder“ in ihr Heimatland zurückgeführt werden, bedeutet nichts anderes, als dass sie ihr geliebtes Kind an ein Waisenheim abtreten muss und fortan nichts mehr über dessen Verbleib erfahren wird. Im zweiten Handlungsstrang folgt der Leser dann der erwachsenen Urenkelin von Liesl, die im Auftrag Ihres Großvaters aus dem sonnigen Kalifornien ins unbekannte Deutschland reist, um ihren Familienspuren zu folgen.
Die Erzählung ist bewegend geschildert und emotional stark erzählt, sie spiegelt die zahlreichen Facetten von Familienbanden, deckt deren Schwachstellen auf und zeigt sich von einer positiven Seite. Dennoch ist es keine rosarote Erzählung, sondern stellenweise ein höchst dramatischer Roman. Gerade Mayas Leben als Winzerin, deren Existenz von verheerenden Bränden in Kalifornien bedroht wird, hält den Spannungsbogen aufrecht – sie stemmt sich mit aller Kraft gegen ihre zum Scheitern verurteilte Ehe, gegen den Verlust ihrer Lebensgrundlage und steckt ihre Ambitionen stattdessen in eine akribische Recherchearbeit.
Fazit
Hier vergebe ich gerne 5 Lesesterne, die Geschichte konnte mich nicht nur gut unterhalten, sondern pendelt zwischen Schicksalsschlägen, positiven Entwicklungen und großen Lebensaufgaben. Dabei konzentriert sich die Autorin auf ein historisches Thema, verbindet dieses aber in erster Linie mit dem persönlichen Erleben einzelner Charaktere. Die Erzählung würde sich auch sehr gut als Filmvorlage eignen, sie beschwört viele Bilder herauf und berührt den Leser. Ich empfehle dieses Buch allen, die gerne Familiengeschichten mit dramatischen Ereignissen und starken Charakteren lesen – sehr kurzweilig und spannend. Und da es bereits zwei andere Bücher der Autorin gibt, ist mein persönliches Interesse auf jeden Fall geweckt.