Staatswillkür und geraubte Identitäten
Die 16-jährige Liese lebt am Ende des zweiten Weltkriegs mit der Schwester und der verbitterten Mutter in einem Dorf in der Pfalz. Der Vater ist im Krieg verschollen und der Alltag von Armut und Hunger geprägt. Die französischen Besatzer regieren mit harter Hand. Als ein Besatzungsoffizier bei der Familie einzieht, ändert sich alles. Liese verliebt sich unsterblich und wird schwanger. Geschwängert vom Feind, wird Liese zur Geächteten. Sie kann nicht verhindern, dass im Rahmen des sogenannten Kindertransfers ihr 2-jähriger Junge zum "enfant d'etat", also zum Eigentum des französischen Staats erklärt und mitgenommen wird. Er erhält einen neuen Vor- und Nachnamen, einen französischen Geburtsschein und wird im Burgund einer Winzerfamilie zur Adoption übertragen.
In der Gegenwart lernen wir die Önologin Maya kennen. Sie lebt im Napa Valley und ist beteiligt am Weingut ihres Mannes. Die Ehe kriselt. Im Herzen zieht es Maya zur Konkurrenz, dem Weinbaubetrieb ihres geliebten französischen Grossvaters. Dieser tritt mit einem Herzenswunsch an sie heran: Als entrissenes Kind aus der Besatzungszeit möchte er vor dem Tod seine Wurzeln finden. Maya soll ihm diesen Wunsch erfüllen.
Das Buch schildert in bewegender Sprache die damalige Praxis. Gezielt haben französische Rechercheoffiziere im besetzten Deutschland uneheliche Kinder französischer Soldaten aufgespürt, den Müttern entrissen und den Kindern die Identität gestohlen. Bis zur heutigen Zeit war es den Betroffenen beinahe unmöglich, die Vorgänge nachzuvollziehen, da die Spuren verwischt worden sind. Die Autorin beschreibt emotional und greifbar die Naivität des Mädchens Liese und deren lebenslange Verzweiflung am Verlust ihres Kindes. Der Erzählstrang der Maya hat mich weniger gepackt und ihre Romanze mit ihrem Helfer fand ich persönlich überflüssig.
Ein ergreifendes Buch über Mütter und Kinder, die zu Spielbällen eines Machtapparats wurden. Eine berührende Geschichte über Traumata, Wurzelarbeit und Zugehörigkeit.
In der Gegenwart lernen wir die Önologin Maya kennen. Sie lebt im Napa Valley und ist beteiligt am Weingut ihres Mannes. Die Ehe kriselt. Im Herzen zieht es Maya zur Konkurrenz, dem Weinbaubetrieb ihres geliebten französischen Grossvaters. Dieser tritt mit einem Herzenswunsch an sie heran: Als entrissenes Kind aus der Besatzungszeit möchte er vor dem Tod seine Wurzeln finden. Maya soll ihm diesen Wunsch erfüllen.
Das Buch schildert in bewegender Sprache die damalige Praxis. Gezielt haben französische Rechercheoffiziere im besetzten Deutschland uneheliche Kinder französischer Soldaten aufgespürt, den Müttern entrissen und den Kindern die Identität gestohlen. Bis zur heutigen Zeit war es den Betroffenen beinahe unmöglich, die Vorgänge nachzuvollziehen, da die Spuren verwischt worden sind. Die Autorin beschreibt emotional und greifbar die Naivität des Mädchens Liese und deren lebenslange Verzweiflung am Verlust ihres Kindes. Der Erzählstrang der Maya hat mich weniger gepackt und ihre Romanze mit ihrem Helfer fand ich persönlich überflüssig.
Ein ergreifendes Buch über Mütter und Kinder, die zu Spielbällen eines Machtapparats wurden. Eine berührende Geschichte über Traumata, Wurzelarbeit und Zugehörigkeit.