Zwangsadoption

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ulgu1978 Avatar

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Zwangsadoption

Liese verliebt sich in den französischen Besatzungssoldaten Michel, der bei ihrer Mutter einquartiert wurde. Liese wird schwanger und Michel wird nach Frankreich zurückbeordert. Michel kehrt nicht zurück und Lieses Kind wird ihr zwangsweise entrissen und in Frankreich zur Adoption freigegeben.
78 Jahre später bittet der Weinbauer André in den USA seine Enkeln Maya in Deutschland nach seinen Wurzeln zu suchen.
In mehreren Zeitsträngen erzählt Melanie Levensohn einerseits von einem dunklen Kapitel aus der französischen Besatzungszeit in Deutschland, andererseits erfährt die Leserschaft vieles über den Weinanbau und von dem Kampf der Weinbauern gegen die verheerenden Brände in Kalifornien.
Das Cover mit dem kleinen Jungen auf dem Roller hat mich auf dieses Buch aufmerksam gemacht und es passt sehr gut zu dieser Geschichte.
Bisher hatte ich noch nichts von den Schicksalen französischer Besatzungskinder und ihren ledigen Müttern gehört. Auch wenn es sich hier um eine fiktive Erzählung handelt und manchmal ein bisschen sehr auf die Tränendrüse gedrückt wird, hat mich das Schicksal um die Kinder und ihrer Mütter sehr berührt, weil es einen wahren Hintergrund gibt. In ihrem Nachwort berichtet die Autorin über ihre Recherchen zu diesem Thema und listet verschiedene Werke auf, in denen sie ihre Informationen gefunden hat. Bei einem Roman mit historischenm Hintergrund ist mir persönlich ein solches Nachwort sehr wichtig und hat für mich das Buch abgerundet.
Die Ereignisse rund um den Weinanbau und die Folgen des Klimawandels für die Weinbauern habe ich ebenfalls mit großem Interesse gelesen. Und auch hierzu gibt Melanie Levensohn in ihrem Nachwort ergänzende Informationen.
Fazit:
Trotz des etwas zu rührselig geratenen Endes habe ich aufgrund der behandelten Themen und des flüssigen Schreibsts dieses Buch gern gelesen und kann es allen, die sich vor allem für diesen Teil der deutschen Nachkriegszeit interessieren, nur empfehlen.