Raus aus dem Gefühlschaos

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toxiqua Avatar

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Emotionaler Stress – das klingt erstmal nach einem weiteren Ratgeber, der einem erklärt, dass man einfach mal tief durchatmen und entspannter werden soll. Genau deshalb hat mich dieses Buch aber neugierig gemacht. Denn hier geht es offenbar nicht darum, unangenehme Gefühle möglichst schnell loszuwerden, sondern sie als Hinweis zu verstehen und mit ihnen zu arbeiten.

Mein erster Eindruck ist bisher richtig positiv. Das Buch ist angenehm verständlich geschrieben und wirkt nicht wie ein psychologisches Lehrbuch, bei dem man nach drei Seiten erstmal einen Kaffee braucht. Besonders spannend finde ich den Ansatz, dass Gefühle zwar nicht immer recht haben, aber trotzdem etwas mitteilen können. Wut, Frust, Angst, Neid oder Überforderung einfach wegzudrücken, funktioniert schließlich meistens eher mittelprächtig.

Auch die Aufteilung gefällt mir: Statt seitenlang über ein Problem zu philosophieren, geht es immer wieder um konkrete Strategien und kleine Übungen. Der „Gefühls-Quickfinder“ ist dabei eine ziemlich praktische Idee – gerade wenn man im Kopf schon so viel los hat, dass man eigentlich keine Lust mehr auf einen 20-seitigen Exkurs hat.

Die namensgebende Ein-Minuten-Strategie finde ich ebenfalls interessant. Eine Minute klingt zumindest nach etwas, das man tatsächlich auch dann ausprobiert, wenn man gerade mitten im Stress steckt. Ob die Methoden im Alltag wirklich so schnell funktionieren, wird sich für mich allerdings erst beim Ausprobieren zeigen. Ein bisschen skeptisch bin ich da schon – eine Minute klingt schließlich verdächtig verlockend.

Bisher gefällt mir aber vor allem die Grundidee: Gefühle nicht als lästigen Gegner betrachten, sondern als Information. Ich bin gespannt, ob das Buch daraus tatsächlich alltagstaugliche Werkzeuge macht und nicht nur hübsche Theorie. Denn genau daran müssen sich solche Ratgeber für mich am Ende messen lassen