Noch die Kurve gekriegt
"Die Anderen" von Kobi Yamada und Charles Santoso ist ein wunderschöner, großformatiger Bildband, der Kinder und Erwachsene zum Nachdenken anregt. Kindern muss man hier allerdings zur Seite stehen, da die Message des Buches auch am Ende nicht ganz so explizit zu lesen ist. Tatsächlich hat das Buch m.E. sogar einige Schwächen, doch trägt es so viele gute Ideen und Denkanstöße in sich und ist auch so toll illustriert, dass ich dennoch 5 - vielleicht 4,5 - Sterne gebe.
Zwei Jungen stehen vor einer Hecke und wissen nur, auf der anderen Seite sind eben die Anderen. Sind diese ganz anders? Nein, man kann sie so zwar nicht sehen, doch die Anderen haben weder lange Tentakel noch buschige Schwänze. Sie denken und fühlen wohl auch ähnlich wie die beiden Jungen. Die Jungen sind hier, die anderen sind drüben. Doch wenn man über die Hecke steigt, dann hat man immer noch das Gefühl, man ist hier...
Was man nicht kennt, kann man nicht einschätzen. Solange man die Anderen nicht gesehen oder an ihrem Leben teilgenommen hat, kann man nur mutmaßen, dass sie doch ganz ähnlich sind. Erst, wenn man den Schritt macht auf die Seite der Anderen, weiß man, was dort ist.
Manches an diesem Bildband ist etwas gleichförmig. So verändern sich die Illustrationen der Jungen auf der linken Buchseite kaum, aber das finde ich in Ordnung. Viele Seiten lang stellen sie sich aber die Anderen vor, mit Schuppen und Federn, mit Schwänzen, mit Tentakeln. Fünf Doppelseiten lang wartet man hier schon, dass noch etwas passiert. Doch dann hat das Bilderbuch noch die Kurve gekriegt. Der Mittelteil mit den folgenden sechs Doppelseiten ist wirklich sehr gut, denn nun vermuten die Jungen, dass die Anderen ihnen selbst doch sehr ähnlich sind, mit Familien, mit Angst, mit Gefühlen.
Und man muss wohl selbst auch mal auf die andere Seite steigen, um das Leben der Anderen kennenzulernen. Der eine Junge macht das und setzt sich sogar an den Tisch einer anderen Familie. Doch hier hat das Buch m.E. sein Potential verspielt, denn nun geht es seitenlang nur darum wer von beiden hier oder drüben ist. Das kann man im übertragenen Sinne natürlich deuten, doch in einem Kinderbuch hätte ich mir gewünscht, dass der Junge nun die Anderen wirklich kennenlernt und feststellt, dass es "die Anderen" so gar nicht gibt. So wird dies wohl auch gemeint sein, aber die "drüben-hier"-Seiten hätte ich ganz anders gestaltet. So wurde ich an dieser Stelle auch etwas enttäuscht. Auch diese Seiten nehmen einigen Platz ein und sind eher gleichförmig.
Wenn man dieses Buch mit Kindern liest und erklärt oder die richtigen Fragen stellt, finde ich es aber sehr wertvoll und eines der besten Kinderbücher, weil es das Problem des Andersseins aufgreift und global erklärt. Am Ende leben wir alle auf einem Planeten und es verbindet uns mehr als uns trennt.
Interessant finde ich auch, dass das Buch mit einem richtigen Faden gebunden ist. Dies sieht man auf der letzten Seite. So haben wir unsere selbst geschriebenen Kinderbücher auch gebunden!
Zwei Jungen stehen vor einer Hecke und wissen nur, auf der anderen Seite sind eben die Anderen. Sind diese ganz anders? Nein, man kann sie so zwar nicht sehen, doch die Anderen haben weder lange Tentakel noch buschige Schwänze. Sie denken und fühlen wohl auch ähnlich wie die beiden Jungen. Die Jungen sind hier, die anderen sind drüben. Doch wenn man über die Hecke steigt, dann hat man immer noch das Gefühl, man ist hier...
Was man nicht kennt, kann man nicht einschätzen. Solange man die Anderen nicht gesehen oder an ihrem Leben teilgenommen hat, kann man nur mutmaßen, dass sie doch ganz ähnlich sind. Erst, wenn man den Schritt macht auf die Seite der Anderen, weiß man, was dort ist.
Manches an diesem Bildband ist etwas gleichförmig. So verändern sich die Illustrationen der Jungen auf der linken Buchseite kaum, aber das finde ich in Ordnung. Viele Seiten lang stellen sie sich aber die Anderen vor, mit Schuppen und Federn, mit Schwänzen, mit Tentakeln. Fünf Doppelseiten lang wartet man hier schon, dass noch etwas passiert. Doch dann hat das Bilderbuch noch die Kurve gekriegt. Der Mittelteil mit den folgenden sechs Doppelseiten ist wirklich sehr gut, denn nun vermuten die Jungen, dass die Anderen ihnen selbst doch sehr ähnlich sind, mit Familien, mit Angst, mit Gefühlen.
Und man muss wohl selbst auch mal auf die andere Seite steigen, um das Leben der Anderen kennenzulernen. Der eine Junge macht das und setzt sich sogar an den Tisch einer anderen Familie. Doch hier hat das Buch m.E. sein Potential verspielt, denn nun geht es seitenlang nur darum wer von beiden hier oder drüben ist. Das kann man im übertragenen Sinne natürlich deuten, doch in einem Kinderbuch hätte ich mir gewünscht, dass der Junge nun die Anderen wirklich kennenlernt und feststellt, dass es "die Anderen" so gar nicht gibt. So wird dies wohl auch gemeint sein, aber die "drüben-hier"-Seiten hätte ich ganz anders gestaltet. So wurde ich an dieser Stelle auch etwas enttäuscht. Auch diese Seiten nehmen einigen Platz ein und sind eher gleichförmig.
Wenn man dieses Buch mit Kindern liest und erklärt oder die richtigen Fragen stellt, finde ich es aber sehr wertvoll und eines der besten Kinderbücher, weil es das Problem des Andersseins aufgreift und global erklärt. Am Ende leben wir alle auf einem Planeten und es verbindet uns mehr als uns trennt.
Interessant finde ich auch, dass das Buch mit einem richtigen Faden gebunden ist. Dies sieht man auf der letzten Seite. So haben wir unsere selbst geschriebenen Kinderbücher auch gebunden!