Was hinter der Hecke wartet
1) Kurze Inhaltsbeschreibung
Zwei Kinder stehen an einer hohen Hecke und sprechen über die Menschen auf der anderen Seite. „Sie sind anders“, behauptet das eine Kind. Das andere fragt: „Wie meinst du das?“
Aus dieser einfachen Frage entwickelt sich ein Gespräch, in dem die beiden immer wildere Vermutungen anstellen. Sind die Anderen Monster? Können sie fliegen, haben sie Tentakel, sind es vielleicht Maschinen? Haben sie überhaupt Köpfe, Herzen, Gefühle? Nach und nach geraten die Gewissheiten ins Wanken, und schließlich fasst einer der beiden den Mut, selbst nachzusehen.
2) Cover und Gestaltung
Das Cover ist fast ganz in Weiß und Grün gehalten. Eine riesige Hecke zieht sich schräg über das Bild. Ganz klein stehen davor zwei Jungen. Einer, der lächelnd zur Seite schaut, der andere, der zur Hecke hinaufblickt. Der Titel „Die Anderen“ schwebt in verschwommenen, schillernden Buchstaben hinter der Hecke, als gehöre er selbst zur anderen Seite.
Diese Idee finde ich großartig. Schon das Cover zeigt, dass wir die Anderen nur unscharf sehen, solange etwas zwischen uns steht.
3) Illustrationen
Die Hecke wandert im Verlauf des Buches. Erst verläuft sie schräg über die Seite, später sitzt sie im Falz und trennt die beiden Buchseiten. Die vorgestellten Anderen erscheinen als kleine Figuren, etwa als rot-orange Monster oder grüne, fledermausartige Wesen.
4) Thema und Umsetzung der Geschichte
Es geht um Vorurteile, Ausgrenzung und die Angst vor dem Unbekannten. Klug finde ich, wie das Buch zeigt, dass Rassismus aus Gerüchten entsteht. Erst wer sich selbst befragt, erkennt die eigenen Vorurteile.
Besonders gelungen finde ich, dass das Buch nicht erklärt, sondern fragt. Die beiden Kinder denken laut nach, und die Leserinnen und Leser denken mit. Die Fragen werden dabei immer menschlicher. Fühlen die Anderen sich manchmal einsam? Lieben sie ihre Familien? Haben sie Geburtstag?
Das Ende ist vielleicht vorhersehbar, aber trotzdem berührend. Kinder dürfen die Antwort selbst finden, bevor sie sie sehen.
5) Sprache und Schreibstil
Der Text ist sparsam und besteht fast nur aus dem Dialog der beiden Kinder. Durch die Dialogform eignet sich das Buch auch gut zum Vorlesen mit verteilten Rollen.
6) Figuren
Die beiden Jungen stehen für zwei Haltungen. Der eine ist sich sicher, dass die Anderen anders sind. Der andere fragt nach und bleibt neugierig. Beide sind keine Bösewichte, sondern Kinder, die sich etwas zusammenreimen. Gerade dadurch können sich Kinder in beiden wiederfinden.
7) Vorleseerfahrung und Reaktion des Kindes
Ich habe das Buch mit meinem 6-jährigen Kind gelesen. Es hat fleißig mitgeraten und die Fragen auf seine Weise beantwortet, einerseits anhand der Bilder und andererseits anhand seiner eigenen Erfahrungen. Dabei hat es auch an seinen dänischen Kindergarten gedacht.
8) Fazit und Empfehlung
„Die Anderen“ ist ein stilles, kluges Bilderbuch über Vorurteile, das ohne erhobenen Zeigefinger auskommt. Die Hecke als Bild für das, was uns trennt, ist einfach und stark, die feinen Illustrationen laden zum genauen Hinschauen ein.
Die Altersangabe ab 4 Jahren passt für die fantasievollen Vermutungen. Die eigentliche Tiefe des Buches erschließt sich nach meiner Einschätzung eher ab 5 bis 6 Jahren und reicht bis weit ins Grundschulalter.
Ich empfehle es für Kita, Grundschule, Familie und ganz besonders für philosophische Gespräche mit Kindern.
Zwei Kinder stehen an einer hohen Hecke und sprechen über die Menschen auf der anderen Seite. „Sie sind anders“, behauptet das eine Kind. Das andere fragt: „Wie meinst du das?“
Aus dieser einfachen Frage entwickelt sich ein Gespräch, in dem die beiden immer wildere Vermutungen anstellen. Sind die Anderen Monster? Können sie fliegen, haben sie Tentakel, sind es vielleicht Maschinen? Haben sie überhaupt Köpfe, Herzen, Gefühle? Nach und nach geraten die Gewissheiten ins Wanken, und schließlich fasst einer der beiden den Mut, selbst nachzusehen.
2) Cover und Gestaltung
Das Cover ist fast ganz in Weiß und Grün gehalten. Eine riesige Hecke zieht sich schräg über das Bild. Ganz klein stehen davor zwei Jungen. Einer, der lächelnd zur Seite schaut, der andere, der zur Hecke hinaufblickt. Der Titel „Die Anderen“ schwebt in verschwommenen, schillernden Buchstaben hinter der Hecke, als gehöre er selbst zur anderen Seite.
Diese Idee finde ich großartig. Schon das Cover zeigt, dass wir die Anderen nur unscharf sehen, solange etwas zwischen uns steht.
3) Illustrationen
Die Hecke wandert im Verlauf des Buches. Erst verläuft sie schräg über die Seite, später sitzt sie im Falz und trennt die beiden Buchseiten. Die vorgestellten Anderen erscheinen als kleine Figuren, etwa als rot-orange Monster oder grüne, fledermausartige Wesen.
4) Thema und Umsetzung der Geschichte
Es geht um Vorurteile, Ausgrenzung und die Angst vor dem Unbekannten. Klug finde ich, wie das Buch zeigt, dass Rassismus aus Gerüchten entsteht. Erst wer sich selbst befragt, erkennt die eigenen Vorurteile.
Besonders gelungen finde ich, dass das Buch nicht erklärt, sondern fragt. Die beiden Kinder denken laut nach, und die Leserinnen und Leser denken mit. Die Fragen werden dabei immer menschlicher. Fühlen die Anderen sich manchmal einsam? Lieben sie ihre Familien? Haben sie Geburtstag?
Das Ende ist vielleicht vorhersehbar, aber trotzdem berührend. Kinder dürfen die Antwort selbst finden, bevor sie sie sehen.
5) Sprache und Schreibstil
Der Text ist sparsam und besteht fast nur aus dem Dialog der beiden Kinder. Durch die Dialogform eignet sich das Buch auch gut zum Vorlesen mit verteilten Rollen.
6) Figuren
Die beiden Jungen stehen für zwei Haltungen. Der eine ist sich sicher, dass die Anderen anders sind. Der andere fragt nach und bleibt neugierig. Beide sind keine Bösewichte, sondern Kinder, die sich etwas zusammenreimen. Gerade dadurch können sich Kinder in beiden wiederfinden.
7) Vorleseerfahrung und Reaktion des Kindes
Ich habe das Buch mit meinem 6-jährigen Kind gelesen. Es hat fleißig mitgeraten und die Fragen auf seine Weise beantwortet, einerseits anhand der Bilder und andererseits anhand seiner eigenen Erfahrungen. Dabei hat es auch an seinen dänischen Kindergarten gedacht.
8) Fazit und Empfehlung
„Die Anderen“ ist ein stilles, kluges Bilderbuch über Vorurteile, das ohne erhobenen Zeigefinger auskommt. Die Hecke als Bild für das, was uns trennt, ist einfach und stark, die feinen Illustrationen laden zum genauen Hinschauen ein.
Die Altersangabe ab 4 Jahren passt für die fantasievollen Vermutungen. Die eigentliche Tiefe des Buches erschließt sich nach meiner Einschätzung eher ab 5 bis 6 Jahren und reicht bis weit ins Grundschulalter.
Ich empfehle es für Kita, Grundschule, Familie und ganz besonders für philosophische Gespräche mit Kindern.