Frau am Küchentisch

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therealmike Avatar

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Die Leseprobe hat mich sofort gepackt, weil sie direkt mit einer sehr ungewöhnlichen Szene beginnt. Leonora sitzt am Küchentisch, während im Wohnzimmer ein Toter liegt, und trotzdem wirkt sie nicht panisch, sondern fast erschreckend gefasst. Genau das macht die Situation so spannend. Besonders mochte ich, wie viel man durch ihre Beobachtungen erfährt. Sie sieht alles, obwohl man sie eigentlich aus dem Geschehen heraushalten will. Diese spiegelnden Flächen, die weißen Schutzanzüge, das viele Wasser auf dem Tisch und dann ihre trockenen Antworten geben der Szene eine ganz eigene Stimmung. Leonora wirkt auf den ersten Blick unscheinbar, aber je länger man liest, desto klarer wird, dass sie viel mehr mitbekommen hat, als alle denken. Auch ihr erster Impuls, nach dem Fund der Leiche sauberzumachen, ist gleichzeitig absurd, traurig und irgendwie genau passend zu ihrer Figur. Der Schreibstil ist kühl, genau und hat einen sehr feinen schwarzen Humor. Ich wollte sofort wissen, was wirklich passiert ist und welche Rolle Leonora in dieser Geschichte noch spielen wird. Für mich klingt das nach einem Krimi, der nicht nur spannend ist, sondern auch mit einer besonderen Hauptfigur und einem sehr eigenen Ton überrascht.