Putzfrau am Tatort. Skurril aber fesselnd.

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davidpohl Avatar

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Mein Eindruck:
Der Krimi fesselt sofort durch seine ungewöhnliche Perspektive und die kalte, klare Sprache. Dass die 73-jährige Putzfrau Leonora am Tatort erst einmal gründlich aufräumt und wischt, bringt eine faszinierende, fast skurrile Stimmung in die Geschichte.

Leonora reagiert auf den brutalen Mord an ihrem Chef nicht mit Panik, sondern mit ihrer gewohnten Arbeit, um das Chaos zu beseitigen. Als ältere Reinigungskraft ist sie es gewohnt, von anderen übersehen zu werden. Diese gesellschaftliche Unsichtbarkeit nutzt sie nun als Stärke, um ihre Umwelt und die Ermittler präzise zu beobachten. Der Text zeigt dabei kühl, dass der Luxus des Opfers keinen Schutz vor dem Tod bot. Gleichzeitig wird an Leonoras einsamem 73. Geburtstag spürbar, wie sehr sie selbst vom Altern, Geldsorgen und der Trauer um ihren verstorbenen Sohn gezeichnet ist, während ihre täglichen Routinen ihr den nötigen Halt geben.