Ein Buch mit Tiefgang
Ein sehr passendes Cover, das Buch liegt gut in der Hand. Ein treffend gewählter Buchtitel. Die Auster schützt sich mit ihrer dicken außergewöhnlich dicken scharfkantigen Schale gegen zahlreiche Feinde. Genau so ist Leonora, schweigsam, reserviert, zurückhaltend, immer wieder sich selbst hinterfragend. Der Lesende gleitet immer wieder in Rückblenden im Leben von Leonora. Erinnerungen an die Mutter, das Leben als Alleinerziehende, die Beziehung zu ihrem Sohn und dessen Tod, ihre Arbeitsstelle, ihr persönliches Umfeld, so intensiv beschrieben, das man das Gefühl hat mittendrin zu sein. „ In jungen Jahren war sie noch davon ausgegangen, das Leben würde sie weiter spülen.“ Aber irgendwie blieb sie auf der Stelle, drehte sich im Kreis. Kehrte immer wieder zu ihrer Arbeitsstelle zurück. Die Tötung ihres Arbeitgebers spielt immer mehr eine Nebenrolle, trotz der besonderen Beziehung und den immer wieder präsenten Bildern des von ihr gefundenen Toten, die sie Tag und Nacht verfolgen. Immer wieder gleiten ihre Gedanken zu ihrem verstorbenen Sohn. Eine treue Freundin und ein guter Freund lässt sie nur bedingt an sich heran. Und dann ist da noch die Tochter des Getöteten, der sie ungewollt bei den vielfältigen Vorbereitungen der Bestattung unterstützen muss.