Eine seltsame Frau

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Die Auster, Roman von Yael Inokai, EBook, Hanser-Verlag.
Leonora ist wie eine Auster, harte Schale ein weicher Kern und nach außen verschlossen.
Leonora Bloch macht schon 45 Jahre beim Geschäftsführer eines legendären Kaufhauses sauber. Sie kennt ihn wohl besser als sonst jemand. Eines Tages findet sie ihren Chef Dr. Bronstett tot am Boden, in einer Blutlache und beide Hände fehlen. Was macht Leonora – erst einmal sauber.
Sie kennt alle seine Geheimnisse, aber sie verrät nicht alles was sie weiß.
In 30 Kapitel mit angenehmer Leselänge teilt sich das Buch. Bildhaft und flüssig geschrieben. Dementsprechend ist es schnell gelesen. Ein Kriminalroman der überhaupt nicht als solcher daherkommt, das fand ich schon etwas befremdlich. Viele Figuren die ich nicht richtig einordnen konnte, so vieles wird angedeutet, aber nicht direkt ausgesprochen, sodass einiges für mich nicht recht einzuordnen war. Ehrlich gestanden konnte ich auch die Auflösung des Falls nicht nachvollziehen. Warum hat die Polizei letztendlich den Täter gefunden, war es der Hinweis mit dem grauen Telefon? Überhaupt wurde die Polizeiarbeit komplett ausgeklammert.
Die Figuren sind durchweg seltsam, nicht nur die Protagonistin. Die Charaktere und ihr Handeln waren für mich nicht nachvollziehbar. Einzig Leonora konnte ich etwas näher kennenlernen, dabei blieb noch so vieles unausgesprochen. Viele Andeutungen habe ich einfach nicht verstanden. Inwieweit ihre Eindrücke echt oder eingebildet sind, war nicht immer genau zu differenzieren. Bei ihrer Bekanntschaft mit dem Kaufhausdetektiv habe ich nur einiges vermutet. in welchem Alter er wohl ist, habe ich nicht verstanden, auch Ilcsi konnte ich überhaupt nicht einordnen, auch nicht altersmäßig. Die einzige Person, bei der ich mir einigermaßen sicher war, was sie bewegt, war die Tochter des Opfers, wobei aber am Schluss auch einiges nicht deutlich aufgelöst wurde. Schade, denn ich denke, da wurde viel Potenzial verschenkt, die Idee zur Geschichte selbst war nämlich nicht schlecht.
Ich habe Probleme gehabt, den Plot nachzuvollziehen. Mit keiner der handelnden Charaktere bin ich warm geworden. Klare Ansagen, vor allem bei Kriminalromanen sind mir lieber. Mir fehlte die Spannung. War einfach nicht mein Buch.
Deshalb 2,5 Sterne.