falsche Erwartungen

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Ich hatte bei dem Buch „Die Auster“ von Yael Inokai große Erwartungen, da mir die Leseprobe sehr gefallen hatte, dennoch konnte mich der Roman insgesamt nicht überzeugen.

Die Handlung über die Reinigungskraft Leonora Bloch in einem Luxuskaufhaus, die Geheimnisse hütet und womöglich zu den Ermittlungen zum Mord von dem Geschäftsführer beitragen kann, hörte sich zunächst sehr viel versprechend an. Dennoch habe ich leider die erwartende Spannung nicht erleben können und gerade die Reinigungskraft Leonora blieb sehr blass und ihr Charakter blieb eher flach. Es ist ein sehr ruhiger Roman, der im Kontrast zu dem Mord und den Ermittlungen steht. Leider konnte mich dies nicht ganz packen und ich habe immer auf den einen Punkt gewartet, auf eine Wendung oder Szene die temporeicher wurde. Leider blieb dies aus und ich hatte grundlegend andere Erwartungen an den Roman.

Die Geheimnisse, die Leonora hütet empfand ich zwar als interessant, aber nicht so aussagekräftig. Die Austernbar hatte viele verschiedene Menschen als Kunden und so kamen eben auch viele Persönlichkeiten zum Vorschein. Es geht eher um das Sein hinter dem Schein als um den Kriminalfall in diesen Roman. Die Ermittlungsarbeit habe ich vermisst und hatte doch die Hoffnung, dass die Handlung sich dahingehend weiterentwickelt. Wie schon erwähnt, hatte ich persönlich ganz andere Erwartungen und dies ist eben kein klassischer Kriminalroman.

Leonora ist 73-Jahre alt und arbeitet selbst seit 45 Jahren in dem Kaufhaus und so scheint auch der Schreibstil eher gediegen und wenig aufregend gestaltet zu sein. Der Schreibstil wirkt auch etwas distanziert und man schaut irgendwie von außen teilnahmslos auf die Situation, als mittendrin zu sein.

Die 221 Seiten sind ganz gut zu lesen und ich hoffe, dass das Buch Leser*innen finden wird, die den ruhigen Schreibstil zu würdigen wissen und sich vor dem Lesen intensiver mit der Handlung auseinanderzusetzen, um falsche Erwartungen zu ersparen.