Faszinierende Studie eines Lebens
Die Auster ist mein erster Roman von Yael Inokai. Das Cover trifft nicht meinen Geschmack, passt aber hervorragend zu der Geschichte. Man sieht ein verschwommenes Restaurant, möglicherweise im Glanz alter Tage so wie auch das Kaufhaus, das Dreh- und Angelpunkt der etwas mehr als zweihundert Seiten ist.
Es beginnt mit Leonora Bloch, die die Leiche ihres Arbeitgebers findet und erstmal alle Spuren beseitigt, weil dies seit 45 Jahren ihre Aufgabe ist und er sich sicher über den Schmutz aufgeregt hätte. Besagte Leonora begleiten wir das ganze Buch lang durch ihren Alltag oder das, was nach diesem Erlebnis davon noch übrig ist. Auf der einen Seite scheint sie eine gewöhnliche alte Frau zu sein, die gern ihre Ruhe hat und empfindlich auf starke Gerüche reagiert (wie gut ich das nachvollziehen kann!), auf der anderen Seite zieht sie viele Schlüsse aus dem, was über die Jahre vor sich gegangen ist und was zum Zeitpunkt der Tat geschehen sein könnte.
Für mich ist die Aufklärung des Mordfalles eher nebensächlich gewesen. Die auftretende Polizei war für die Glaubwürdigkeit möglicherweise notwendig, wirkte hier aber eher störend. Wichtig war Leonora. Ihr Leben. Ihr Verhältnis zu ihrem Sohn, ihrer Mutter, ihren Freunden, der Tochter des Verstorbenen. Die Autorin hat es geschafft, mich mit ihrer Art zu schreiben, in ihren Bann zu ziehen, ohne unnötig viel Spannendes zu erzählen. Ich glaube, ich könnte Leonora noch viele Jahre begleiten und von ihr hören wollen.
Es beginnt mit Leonora Bloch, die die Leiche ihres Arbeitgebers findet und erstmal alle Spuren beseitigt, weil dies seit 45 Jahren ihre Aufgabe ist und er sich sicher über den Schmutz aufgeregt hätte. Besagte Leonora begleiten wir das ganze Buch lang durch ihren Alltag oder das, was nach diesem Erlebnis davon noch übrig ist. Auf der einen Seite scheint sie eine gewöhnliche alte Frau zu sein, die gern ihre Ruhe hat und empfindlich auf starke Gerüche reagiert (wie gut ich das nachvollziehen kann!), auf der anderen Seite zieht sie viele Schlüsse aus dem, was über die Jahre vor sich gegangen ist und was zum Zeitpunkt der Tat geschehen sein könnte.
Für mich ist die Aufklärung des Mordfalles eher nebensächlich gewesen. Die auftretende Polizei war für die Glaubwürdigkeit möglicherweise notwendig, wirkte hier aber eher störend. Wichtig war Leonora. Ihr Leben. Ihr Verhältnis zu ihrem Sohn, ihrer Mutter, ihren Freunden, der Tochter des Verstorbenen. Die Autorin hat es geschafft, mich mit ihrer Art zu schreiben, in ihren Bann zu ziehen, ohne unnötig viel Spannendes zu erzählen. Ich glaube, ich könnte Leonora noch viele Jahre begleiten und von ihr hören wollen.