Frau Bloch als Miss Marple?

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ulgu1978 Avatar

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Frau Leonora Bloch putzt bei dem Kaufhaus-Geschäftsführer Dr. Bronstett in seinem Privathaus. Nachdem sie früher im Kaufhaus selbst gearbeitet hat, sichert sie sich damit im Rentenalter ihren Lebensunterhalt. Eines Tages findet sie bei Arbeitsantritt ihren Arbeitgeber mit abgehackten Händen ermordet vor. Aus mir unerfindlichen Gründen (und das Warum wird auch im Verlauf der Geschichte nicht aufgeklärt) unterzieht Frau Bloch sämtliche Spuren der Tat einer gründlichen Reinigung, was von der Kriminalpolizei schulterzuckend hingenommen wird...
Und nun erwartet die krimierfahrene Leserschaft eine ausgeklügelte, spannende Auflösung des Tathergangs und die Überführung des Täters. Aber weit gefehlt, von Seite zu Seite breitet sich die Enttäuschung weiter aus. Man erfährt viele Alltagsbegebenheiten der Protagonistin, ihrer Freunde und Arbeitskollegen teilweise bis ins kleinste Detail und fragt sich, an welcher Stelle man übersehen hat, dass dies für die Aufklärung der Straftat relevant ist.
Ich habe mehrfach überlegt, das Buch abzubrechen, war aber doch zu neugierig ob und wie sich der Fall schließlich aufklären lässt. Eine Aufklärung gibt es zum Schluss, die mich aber nicht wirklich überzeugen konnte.
Ohne den Anspruch, eine Kriminalgeschichte zu sein, hat mir der Schreibstil von Yael Inokai sehr gut gefallen. Hierfür kann ich guten Gewissens meine Sterne vergeben.