Ganz anders als erwartet
Selten hat mich ein Klappentext so in die Irre geführt wie bei diesem Roman. Gerechnet hatte ich mit einer atmosphärisch dichten, vielleicht auch humorvoll angehauchten Kriminalgeschichte, einem Kammerspiel im Mikrokosmos eines Kaufhauses. Bekommen habe ich etwas völlig anderes. Vielleicht lag es an meinen Erwartungen, ganz sicher aber auch am literarisch anspruchsvollen und stellenweise recht vertrackten Aufbau, dass mich das Buch am Ende eher ratlos als begeistert zurückgelassen hat.
Im Mittelpunkt steht die 73-jährige Leonora Bloch, die seit 45 Jahren als Reinigungskraft für Dr. Bronstett, den Geschäftsführer eines Berliner Nobelkaufhauses arbeitet. Eines Morgens findet sie ihren Arbeitgeber tot in seiner Wohnung. Nach einer kurzen Befragung durch die Polizei beginnt Leonora, auf eigene Faust Nachforschungen im Umfeld des Verstorbenen anzustellen. Gleichzeitig wird sie von dessen Tochter gebeten, auch noch die Trauerfeier zu organisieren.
Der Einstieg hat mir richtig gut gefallen. Leonora ist eine ungewöhnliche Protagonistin und die ersten Kapitel versprechen einen ebenso eigenwilligen wie spannenden Kriminalroman. Doch je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr entfernt sie sich vom eigentlichen Fall. Stattdessen rücken Erinnerungen an vergangene Zeiten, Gerüchte und zwischenmenschliche Beobachtungen in den Mittelpunkt. Das ist literarisch durchaus reizvoll, ließ mich aber zunehmend den roten Faden vermissen. Die Auflösung empfand ich schließlich als recht abstrus und nur bedingt nachvollziehbar.
Sprachlich gibt es dagegen wenig auszusetzen. Yael Inokai schreibt präzise, literarisch anspruchsvoll und mit vielen feinen Zwischentönen. Vieles spielt sich zwischen den Zeilen ab, lebt von Andeutungen und unausgesprochenen Gedanken. Genau das macht den Roman interessant, verlangt den Leser*innen aber auch einiges ab. Mir blieb diese Distanz letztlich etwas zu groß, sodass ich emotional nie richtig in die Geschichte hineingefunden habe.
Wer Freude an literarisch anspruchsvollen Romanen hat, die sich klassischen Genregrenzen entziehen und mehr Fragen aufwerfen als beantworten, wird an diesem Buch vermutlich Gefallen finden. Wer hingegen – so wie ich – einen atmosphärischen Kriminalroman erwartet, sollte sich darauf einstellen, etwas völlig anderes zu bekommen.
Im Mittelpunkt steht die 73-jährige Leonora Bloch, die seit 45 Jahren als Reinigungskraft für Dr. Bronstett, den Geschäftsführer eines Berliner Nobelkaufhauses arbeitet. Eines Morgens findet sie ihren Arbeitgeber tot in seiner Wohnung. Nach einer kurzen Befragung durch die Polizei beginnt Leonora, auf eigene Faust Nachforschungen im Umfeld des Verstorbenen anzustellen. Gleichzeitig wird sie von dessen Tochter gebeten, auch noch die Trauerfeier zu organisieren.
Der Einstieg hat mir richtig gut gefallen. Leonora ist eine ungewöhnliche Protagonistin und die ersten Kapitel versprechen einen ebenso eigenwilligen wie spannenden Kriminalroman. Doch je weiter die Geschichte fortschreitet, desto mehr entfernt sie sich vom eigentlichen Fall. Stattdessen rücken Erinnerungen an vergangene Zeiten, Gerüchte und zwischenmenschliche Beobachtungen in den Mittelpunkt. Das ist literarisch durchaus reizvoll, ließ mich aber zunehmend den roten Faden vermissen. Die Auflösung empfand ich schließlich als recht abstrus und nur bedingt nachvollziehbar.
Sprachlich gibt es dagegen wenig auszusetzen. Yael Inokai schreibt präzise, literarisch anspruchsvoll und mit vielen feinen Zwischentönen. Vieles spielt sich zwischen den Zeilen ab, lebt von Andeutungen und unausgesprochenen Gedanken. Genau das macht den Roman interessant, verlangt den Leser*innen aber auch einiges ab. Mir blieb diese Distanz letztlich etwas zu groß, sodass ich emotional nie richtig in die Geschichte hineingefunden habe.
Wer Freude an literarisch anspruchsvollen Romanen hat, die sich klassischen Genregrenzen entziehen und mehr Fragen aufwerfen als beantworten, wird an diesem Buch vermutlich Gefallen finden. Wer hingegen – so wie ich – einen atmosphärischen Kriminalroman erwartet, sollte sich darauf einstellen, etwas völlig anderes zu bekommen.