Ich konnte nicht ins Innere der Auster vordringen
Nachdem mir der vorherige Roman von Yael Inokai „Der Eingriff“ sehr gut gefallen hat, freute ich mich auf diesen neuen Roman ganz besonders. Leider konnte mich dieses Mal die Geschichte um die Putzfrau eines Kaufhaus-Geschäftsführers nicht überzeugen. Leonora Bloch, eine wortkarge Berlinerin, findet ihren Chef ermordet in dessen Privathaus vor und begleiten Leonora ab diesem Zeitpunkt bis kurz nach dessen Beerdigung, bekommen nebenbei etwas von den Ermittlungen und Mutmaßungen im Kaufhaus mit, sind aber eigentlich ganz nah an der Putzfrau, ihrer Vergangenheit und den Lebensumständen in der Altersarmut, immerhin ist sie schon über 70 Jahre alt.
Grundsätzlich finde ich die Idee sehr verlockend, einen Blick auf die Person Leonora Bloch zu werfen. Von Beginn an mochte ich ihre Art, allerdings konnte sich der Roman im Verlauf nicht so richtig entscheiden, ob es nun um die Abläufe in Angestellten im Kaufhaus, Verwicklungen der Leute um den Geschäftsführer oder doch die Lebensgeschichte und Lebensverhältnisse von Leonora gehen wollte. Zu wenig Zeit nimmt sich die Autorin, um in die Tiefe zu gehen.
Irgendwie war mir dann das Ende mit zahlreichen Enthüllungen, als ob das alles noch ganz schnell abgearbeitet werden musste, zu platt. Ich habe den Roman nicht ungern gelesen, bin aber auch immer wieder währenddessen eingenickt. Es fällt mir schwer, meine Unzufriedenheit mit dem Roman in Worte zu fassen, am besten passt wohl noch, dass ich sehr viel Potenzial gesehen hab, welches allerdings noch ausgearbeitet hätte werden können. Es gib einige Nebenfiguren, die entweder nicht greifbar blieben oder nicht wirklich eine Rolle für den Roman spielten. So wird ein Zahnarzt erwähnt, mit dem Leonora einmal liiert war. Fast extra provozierend, weißt Leonora gedanklich darauf hin, dass sie immerhin schon mit einem Zahnarzt zusammen war. Wie es dazu hat kommen können, dass eine Frau, deren Sohn kürzlich verstorben ist und die als Reinigungskraft mehrere Jobs gleichzeitig hat, die Zeit und Gelegenheit hat die gläserne Decke zu durchbrechen und einen Zahnarzt kennenzulernen, wird nicht erzählt. Aber gerade solche Verbindungspunkte hätten das Thema des sozialen Milieus und der Unterschiede zwischen den sozialen Schichten doch einmal spannend gemacht.
Unterm Strich kein schlechtes Buch, aber auch keins, welches mich überzeugen konnte. Schon kurz nach der Lektüre habe ich nur noch wenig dazu zu sagen und es hat keinen langfristigen Eindruck auf mich hinterlassen.
3/5 Sterne
Grundsätzlich finde ich die Idee sehr verlockend, einen Blick auf die Person Leonora Bloch zu werfen. Von Beginn an mochte ich ihre Art, allerdings konnte sich der Roman im Verlauf nicht so richtig entscheiden, ob es nun um die Abläufe in Angestellten im Kaufhaus, Verwicklungen der Leute um den Geschäftsführer oder doch die Lebensgeschichte und Lebensverhältnisse von Leonora gehen wollte. Zu wenig Zeit nimmt sich die Autorin, um in die Tiefe zu gehen.
Irgendwie war mir dann das Ende mit zahlreichen Enthüllungen, als ob das alles noch ganz schnell abgearbeitet werden musste, zu platt. Ich habe den Roman nicht ungern gelesen, bin aber auch immer wieder währenddessen eingenickt. Es fällt mir schwer, meine Unzufriedenheit mit dem Roman in Worte zu fassen, am besten passt wohl noch, dass ich sehr viel Potenzial gesehen hab, welches allerdings noch ausgearbeitet hätte werden können. Es gib einige Nebenfiguren, die entweder nicht greifbar blieben oder nicht wirklich eine Rolle für den Roman spielten. So wird ein Zahnarzt erwähnt, mit dem Leonora einmal liiert war. Fast extra provozierend, weißt Leonora gedanklich darauf hin, dass sie immerhin schon mit einem Zahnarzt zusammen war. Wie es dazu hat kommen können, dass eine Frau, deren Sohn kürzlich verstorben ist und die als Reinigungskraft mehrere Jobs gleichzeitig hat, die Zeit und Gelegenheit hat die gläserne Decke zu durchbrechen und einen Zahnarzt kennenzulernen, wird nicht erzählt. Aber gerade solche Verbindungspunkte hätten das Thema des sozialen Milieus und der Unterschiede zwischen den sozialen Schichten doch einmal spannend gemacht.
Unterm Strich kein schlechtes Buch, aber auch keins, welches mich überzeugen konnte. Schon kurz nach der Lektüre habe ich nur noch wenig dazu zu sagen und es hat keinen langfristigen Eindruck auf mich hinterlassen.
3/5 Sterne